Verehrte Leserinnen und Leser,
im Buch Ezechiel finden wir folgende Worte: „Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein. Ich reinige euch von aller Unreinheit und von allen Götzen. Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch. Ich lege meinen Geist in euch und bewirke, dass ihr meinen Gesetzen folgt und auf meine Gebote achtet und sie erfüllt.“ (Ez 36,25f)
In dieser Vision des Alten Testamentes finden wir die Wurzeln der Herz-Jesu-Verehrung, zu der die Kirche im Monat Juni einlädt.
Durch das Wort, das Fleisch geworden ist, nimmt Gott das menschliche Wesen an. Er hat nun ein Herz, das für die Menschen schlägt und offen steht. Jesus geißelt die Hartherzigkeit der Frommen (!) und fordert ein echtes, mitfühlendes Herz, statt sich hinter starren Gesetzen oder Egoismus zu verstecken (siehe Mk 10,2–9 und Mt 19,3–9).
Dieses Herz Jesu wurde am Kreuz durchbohrt. Es flossen Blut und Wasser daraus hervor.
Zu meiner Priesterweihe im Jahre 1980 hat mir eine Klosterfrau Glückwünsche geschickt und dabei eine Karte verwendet, die den „Herzenstausch“ zwischen Christus und einer Heiligen zeigte. Diese Szene hat mich tief berührt. Damals als junger Priester war mir bewusst, dass der Herr auch mir diesen Tausch anbot. Dieses Herz ist seitdem immer die Anlaufstelle für meine verschiedensten Lebenssituationen. Es verhindert jedes Mal die große Gefahr der Herzensverhärtung und der Gefühllosigkeit. Und in den Jahren meiner seelsorgerischen Tätigkeit im Burgenland habe ich das Lied kennengelernt: „Mein Jesus, in dein Herz hinein, da leg ich alle meine Bitten! Du hast dafür so viele Pein und gar den bittern Tod erlitten. Dass du in Liebe und im Leide nun würdest meine größte Freude. Drum leg ich in dein Heilandsherz all’ meine Bitten, meinen Schmerz.“
Die weiteren Strophen sind in den Seitenspalten des Pfarrbriefes zu finden.
Also komm und lass dich wieder vom Feuer der Liebe anstecken. Nur wer Gott sucht, wird auch die Liebe zum Menschen finden.
Es grüßt und segnet herzlich
