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Erntedank
Das Erntedankfest feiern wir heuer am 14. Oktober. Unsere Familien mit Kindern sind wieder besonders herzlich eingeladen zur Hl. Messe um 10:00.
Zum Umtrunk nach dem Gottesdienst sind alle willkommen.

Rosenkranzmonat
Am Freitag beten wir um 16:00 den Rosenkranz
und feiern anschließend die Hl. Messe.
Beter dringend gesucht!

Pfarrblatt Semmering.pdf


Nicht die Glücklichen sind dankbar.
Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.

Francis Bacon

 

Sie wirken wie aus der Welt gefallen - jene Zeitgenossen, die man bisweilen in Fußgängerzonen, auf öffentlichen Plätzen oder vielleicht gar in Kirchen sieht, vor sich hin murmelnd, in einer Hand eine kleine, unscheinbare Kette mit unterschiedlichen Kügelchen. Sie beten einen „Rosenkranz“, ein streng komponiertes, traditionelles meditatives Gebet. Tatsächlich ist der Rosenkranz heute selbst unter „praktizierenden Katholiken“ nicht mehr weit verbreitet. Zu sperrig wirkt seine strikte Taktung der Gebetsabfolgen, zu wenig individuell in einer Welt übersteigerter Egos.
Und doch ist der Rosenkranz vielleicht gerade deshalb zeitgemäß. Weil er hineinführt in eine „andere“ Welt, weil er den Rocksaum jener großen Tradition christlicher Spiritualität berührt, die den Besucher in Kirchen vielleicht noch anweht, die er aber nicht mehr zu begreifen vermag. Gewiss, die Pforte zu dieser spirituellen Tiefe ist keine weite, sie muss erkauft werden durch die Mühen der Tiefebene ausgedehnter Gebetsrezitationen: Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnaden… Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name…
Der Rosenkranz gibt seinen Reiz nicht ohne weiteres zu erkennen. Er will erkämpft werden, ja, ergangen. Nicht umsonst lebt er vor allem in Pilgergruppen und bei Wallfahrern weiter. Die Monotonie stundenlanger Märsche über Tiefebenen und dünn besiedelte Landschaften verträgt sich nur allzu gut mit der monotonen Rezitation eingeübter Gebete. Ein Rosenkranz gebetet - und schon ist man wieder fünf Kilometer weiter. So einfach, so schlicht, so gut.
Selbst hart gesottenen Agnostikern, die Fußwallfahrten zur bloßen Reinigung von Körper und Geist degradieren, erkennen unterwegs mitunter den Wert dieser Gebetsform, die genau das leistet: eine Loslösung von Körper und Geist, eine wohltuende Entrückung, die durch das Gemurmel hindurch Raum gibt für das Eigentliche, für Gedanken und Einkehr.