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Liebe Pfarrfamilie, liebe Gäste,

es ist zwar kein liturgisches Fest, wird aber in fast allen Pfarrkirchen begangen: das Erntedankfest. Schier unbegrenzt ist die Fantasie, was da alles so um den Altar aufgebaut und dekoriert wird. In meiner Ministrantenzeit erinnere ich mich an die saftigen Weintrauben, die unter anderem am Erntedankaltar zu liegen kamen. Zu gerne hätten wir davon genascht, aber das war uns nicht erlaubt.
Wahrscheinlich wird dieses Fest deshalb auch gern gefeiert, weil es so gefällig für das Auge und auch für die Nase ist. Man sieht die bunte Vielfalt der Früchte der Erde und riecht deren köstlichen Duft.
Der Mensch ist ein Wesen, das auf seine Sinne ausgerichtet ist, und durch sie wahrnimmt und beurteilt.

Im gewissen Sinn ist jeder Altarraum auch eine Bühne, auf der dem Menschen gezeigt wird, was für ihn von Bedeutung ist. In der Barockzeit war diese Kunst in höchster Weise perfektioniert. Betritt man etwa die Wallfahrtskirche Maria Schutz, ist der Hochaltar der Blickfang. Es wurde nicht gespart mit vergoldeten Details, um Pracht und Schönheit himmlischer Herrlichkeit zu vermitteln. Die Gläubigen haben dies nie missverstanden. Der Reichtum eines Gotteshauses war immer Besitz aller, die es voll Ehrfurcht betraten.
So ist es ja auch mit den Erntegaben, die symbolisch für die gesamte Ernte dargestellt werden. Die Früchte der Erde gehören nach christlichem Glauben allen Menschen. Es ist menschenverachtend und zu tiefst beschämend, dass Hunger Unzählige quält oder zu Tode bringt!
Der Prophet Amos geißelt die Ausbeuter dieser Erde ohne Scheu:
„Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen den Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte fälschen. Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein paar Sandalen die Armen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld“ (Am, 8,4f).

Die Profitgier schreit auch heute zum Himmel. Täglich landen in unseren Städten und Dörfern ungeheure Mengen von Lebensmitteln im Abfall.
Ist daher ein Erntedankfest nicht auch Tag der Gewissenserforschung? Wie gehe ich persönlich um mit den Mitteln, die wir zum Leben benötigen? Teile ich auch zur gegebenen Zeit mit Menschen, die in Not sind?

Noch einmal zurück zur „Bühne“ des Altarraumes und dem geheimnisvollen Geschehen, das sich bei der Heiligen Liturgie dort vollzieht: Christus wird zur Speise für die Menschen, die unterwegs sind zu ihm auf dem irdischen Pilger- und Lebensweg. Wie einst dem Propheten Elias Speise und Trank in der glutheißen Wüste gereicht wurde, um den Weg zu schaffen, dürfen auch wir Sünder das Brot des Lebens empfangen für die schweren Abschnitte unseres Zugehens auf Gott.
Beides, die Nahrung für den Leib und der Trank für die Seele sind für ein Menschenleben notwendig. Für Katholiken hat immer gegolten: Essen und Trinken hält Leib und Seel‘ zusammen. In der Zeit des Überflusses materieller Güter droht die Seele zu verhungern. Der Sonntag ist allemal Tankstelle und zugleich Dankstelle. Vergessen Sie Ihn bitte nicht!

Herzlich grüßt und segnet Sie

 


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