September 2012

Werte Leser und Leserinnen,

wer auf der Hochstraße vom Pass her kommend unterwegs ist, wird feststellen, dass seit geraumer Zeit ein „Bau- und Renovierungsboom“ ausgebrochen ist.
In den Pfarrbriefen aus den Zeiten des Pfarrers Nagorzianski ist Vielen noch die Rubrik „Was den Pfarrer freut“ in Erinnerung. Das möchte ich in diesem Zusammenhang hier zum Ausdruck bringen: Das Herichthaus erstrahlt wieder in freundlichen Farben so wie auch das alte Feuerwehrhaus. Die Familie Dietmayer baut ein Kaffeehaus und ein Schandfleck, die Ruine der ehem. Fleischerei ist abgerissen.
Als Pfarrseelsorger komme ich bei tieferer Überlegung zu dem Gedanken, ob nicht vielleicht die Erneuerung und Verbesserung von Gebäuden ein Anstoß sein könnte, auch bei uns eine entsprechende „Restaurierung“ des seelischen Zustandes vorzuschlagen.

Der Urlaub und die Ferien sind für die meisten zu Ende gegangen; man konzentriert sich wieder auf den alltäglichen Rhythmus.
Gehört da nicht für Christen die regelmäßige Hinwendung und Verehrung Gottes dazu? Ersteht nicht die innere Kraft und Leistungsfähigkeit aus einer gefestigten Teilnahme am Gebetsleben der Pfarrfamilie? Gott lässt sich von keinem Menschen an Güte und Großmut überbieten. So ist der Sonntag eigentlich der Tag der Wiederherstellung des seelischen Gleichgewichtes, des Auftankens der immer durstigen Seele.
Tief zu denken gibt die flehentliche Bitte des Völkerapostels, die am 19. Sonntag im Jahreskreis in der zweiten Lesung zu hören war:
„Beleidigt nicht Gottes heiligen Geist, dessen Siegel ihr tragt für den Tag der Erlösung. Jede Art von Bitterkeit, Wut, Zorn, Geschrei und Lästerung und alles Böse verbannt aus euerer Mitte. Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander…Werdet Gott ähnlich!“ (vgl. Eph 4, 30 f)

Ich denke, so beginnt eine „Innenrenovierung“. Ich bitte besonders unsere jungen Familien, ihren so sehr benötigten Zusammenhalt aus der sonntäglichen Feier der Heiligen Messe zu schöpfen und dadurch auch der Gemeinschaft eines Ortes sichtbaren Ausdruck zu verleihen!
Die Heilige Familie als unsere Pfarrpatronin ist eine starke Hilfe! Unsere Alten und Kranken bitte ich herzlich um ihr Gebet für ein Erstarken des gläubigen Lebens in unseren Häusern!
Jeden Sonntag wird die Bitte gesprochen: In den Sorgen und Nöten, die einen jeden von uns bedrängen, Christus höre uns! Da weiß ich mich mit allen Menschen unserer Pfarrfamilie tief verbunden.
So grüße und segne ich Sie wie immer,