Juli/August 2012

Werte Leser und Leserinnen,

ein wunderbarer Festtag erwartet uns unter anderen am 6. August: Verklärung Christi, Transfiguratio im lateinischen, und im Urtext heißt es „Μεταμορφωμαι“- Metamorphomai, das eigentlich „er wurde verwandelt“ zu übersetzen wäre. Diese Metamorphose Christi ist so durchwoben von Licht und Verheißung in ihrem Geheimnis und den Texten des Festes( Mk 9, 2-9), dass es einfach in uns „zu kribbeln“ beginnt.
An keiner anderen Stelle des Neuen Testamentes verändert sich Jesus derart ausgenommen in der österlichen Wirklichkeit seiner Auferstehung.
Das Gebet ist der Anlass zu diesem Geschehen. Seine ganze Hinwendung zum Vater macht aus ihm den zukünftigen neuen Menschen. Aber dem nicht genug, die alttestamentlichen Heiligen Mose und Elia erscheinen und lassen die große Bedeutung von Gesetz und Prophetenamt erkennen.Spricht aber dieses Fest heute noch den Menschen an? Den, der seinen Geist lebendig hält, ganz bestimmt. Die schnelllebige und wert-lose Zeit wird durch diesen Tag in ihre Schranken verwiesen.
Zunächst sagt uns das Fest: Nicht die eigene Mühe und der materielle Verdienst ist es, der uns Erholung und Klarheit verschafft. Dem Gott zugeneigten Herzen wird die beglückende Erfahrung zu teil, wie es auch der Kirchenvater Augustinus formuliert hat: „unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir“. Dieser Tag stellt sich auch gegen den Minimalismus im Glaubensleben, der religiösen Praxis. Es genügt (der Seele) nicht, flüchtig irgend wann einmal an Gott zu denken. Dieses Fest macht die tiefste Sehnsucht in ihr lebendig, Gott schauen zu können von Angesicht zu Angesicht, ihn zu sehen, wie er ist. Denke daher so oft wie nur möglich an Gott!
Jeder, der zu Christus gehören will, merkt, wie heilend und hilfreich die Festtage der Kirche sind. Immer wieder weise ich darauf hin, dass die Mitfeier den Menschen stärkt und im notwendigen Augenblick behütet vor den Gefahren.
Wie sehr die Liebe zu Christus in Vielen erkaltet ist, zeigt die Sucht nach „Brot und Spielen“ , denen unsere „Spaß- und Eventgesellschaft“ huldigt. So ähnlich muss es in den Arenen und Zirkussen der Römer zugegangen sein, wenn man die Ereignisse der Regenbogenparade, des Donauinselfestes oder sogenannter Loveparaden betrachtet.
Im schlimmsten Fall bricht Chaos und Tod über die missbrauchte Menschenmasse wie im deutschen Dortmund des Jahres 2010.
Kehren wir zurück zum Ort des Geschehens der Verklärung. Petrus, einer er Zeugen, hat uns diesen Bericht hinterlassen: „Dadurch ist das Wort der Propheten für uns noch sicherer geworden, und ihr tut gut daran, es zu beachten; denn es ist ei Licht, das an einem finsteren Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in eueren Herzen“ (2 Petr 1 f).
Frohe und von Herzen fruchtbare Sommertage wünscht Ihnen