Juni 2012

Werte Leser und Leserinnen,

anlässlich des Besuches des Dalai Lama war in einer Leserzuschrift der Tageszeitung „Die Presse“ zu lesen: „Was hat der Dalai Lama, was Joseph Ratzinger nicht hat?“
Diese höhnische und verächtliche Frage führte mich zur Umkehrung derselben: Was hat Benedikt XVI. was der Dalai Lama nicht hat?
Da gibt unser Titelbild gleich eine ganz großartige Antwort: Er hat die „Schlüsselgewalt“! Als Nachfolger des Apostels Petrus ist ihm zugesagt, was der Herr zu Simon sprach:
„Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte des Todes (der Hölle) werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben; was du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“ (Mt 16, 18 f)
Es ist gut, wenn wir diese starke Aussage über Kirche und Papst immer wieder bedenken. Seit Petrus haben 265 Päpste als Bischöfe von Rom das Boot Petri gesteuert. Die Kirchengeschichte kennt lichte und dunkle Perioden dieser Nachfolger des Apostels. Nie aber hat einer von ihnen einer Irrlehre nachgegeben, weil im Boot des Menschenfischers immer Jesus Christus als Steuermann gegenwärtig ist.
Im Lehr- und Hirtenamt ist uns die unverbrüchliche Treue Gottes zu seiner Kirche erkennbar. Der Heilige Geist trägt seit Pfingsten die Gemeinschaft der Erlösten durch die Zeiten.
Durch Paulus wird dieser Kirche in deutlicher Weise der Missionsauftrag Christi sichtbar: Wie kein anderer der Apostel unternahm er rastlos die Reisen zu den Menschen im damaligen römischen Reich:
„Ihr habt ja gehört, wie ich früher als gesetzestreuer Jude gelebt habe, und wisst, wie maßlos ich die Gemeinde Gottes verfolgte und zu vernichten suchte…
Gott aber, der mich vom Mutterleib an auserwählt und durch seine Gnade berufen hat, beschloss in seiner Güte, mir seinen Sohn zu offenbaren damit ich ihn unter den Heiden verkündige.“ (Gal 1, 13 f)
Beiden wurde durch ihre vollkommene Hinwendung an Christus ein neuer Name zu teil: Aus Simon Barjona wurde Kephas (Petrus), aus Saulus Paulus.
Im Hochfest dieser beiden Apostel am 29. Juni erblicken wir ihre Treue bis hinein in das Martyrium und ihren Tod. Zusammen mit vielen Christen der Stadt Rom wurden sie Opfer des wahnsinnigen Cäsaren Nero. Auch hier sagt uns die Kirchengeschichte: Gottes Wege führen immer zum Frieden und zum ewigen Sieg.
In großer Freude über die Schutzpatrone der römischen Kirche grüßt und segnet Sie