März 2012

Liebe Leser und Leserinnen,

In Griechenland wird am 6. Jänner die große Wasserweihe vollzogen. Dabei wirft der Bischof ein Kreuz in das Hafenbecken.Anschließend springen junge Männer in die Fluten und tauchen danach. Unter dem Jubel der Menschen, die dem Spektakel beiwohnen, wird der Taucher, der das Kreuz gefunden hat besonders geehrt. Das Titelbild dieses Pfarrbriefes zeugt von diesem schönen Brauch.
Im Gabengebet des Festes von der Taufe Jesu heißt es: "Gott, unser Vater, wir feiern den Tag, an dem du Jesus als deinen geliebten Sohn geoffenbart hast. Nimm unsere Gaben an und mache sie zum Opfer Christi, der die Sünden der ganzen Welt abgewaschen hat."
Ist nicht hier ein Schlüssel gefunden, der uns den großartigen Sinn der begonnenen Fastenzeit erschließt?

Nur der Gläubige erkennt, wie einzigartig das Opfer Christi am Kreuz für uns ist. Es reinigt und befreit uns von allem Bösen, das sich in unserem Inneren abgelagert hat. Die Trostlosigkeit und Traurigkeit (zu) vieler Menschen rührt einzig daher, dass sie unter der großen Last ihrer Verfehlungen schwer tragen. Keiner zeigt ihnen den erlösenden Ausweg, der uns von Christus in der Beichte, im heiligen Bußsakrament versichert ist. Die große Fastenzeit wird in ihrem tiefsten Kern erfasst, wenn dieses Sakament angenommen und vollzogen wird. Nichts liegt mehr im Interesse des diabolischen Menschenhassers,als die persönliche Schuld zu verdrängen und zu leugnen.

Im Vorwort des Büchleins von Sergio Stevan "Judas - das Geheimnis des Verrats" liest man "Wir sehnen uns nach Gott und sind doch fest mit der Welt verbunden; wir streben nach der Schönheit, die uns das Antlitz Gottes selber ahnen lässt, und verfallen doch Tag für Tag immer wieder in jene Mittelmäßigkeit, die uns zu Staub und schließlich zu Schlamm werden läßt; wir nehmen, wenn wir ihr wirklich begegnen, den unendlichen Duft der Liebe wahr und sind doch beständig versucht, ihn in den beißenden Gestank unseres instinktiven Egoismus zu verwandeln; wir sehnen uns nach dem Guten und erfahren doch wieder und wieder das Böse."

Den Mutigen gehört der Sieg. Wie jener Taucher, der das Zeichen des Segens findet und den Menschen zurückbringt, entdeckt jeder Glaubende die wahre Freiheit durch den Sprung in die verzeihenden und sicheren Arme Gottes.
Die 40 Tage rufen uns auf zur Umkehr oder noch schöner gesagt, zur Heimkehr in die Liebe des Erlösers. Sprich jeden Tag diese Worte der Heilung: Ehre und Dank sei dir, Jesus, der du die Sünden der ganzen Welt abgewaschen hast!

Sie drängen uns in die einzige Richtung, die für uns Menschen von Interesse ist, zur Auferstehung!
In tiefer Verbundenheit grüßt und segnet Sie