Oktober 2011

Liebe Leser,

als Bruder Immerfroh wird er oft bezeichnet, der heilige Franz von Assisi. Am 4. Oktober, also an seinem Gedenktag, legen die Tierfreunde ein Memento ein; gilt er doch als großer Freund und Beschützer aller Geschöpfe in der Fauna. Daher begeht man auch an diesem Tag den Welttierschutztag. In seiner Bescheidenheit und Liebe zur Armut schätzen und verehren ihn nicht nur die Christen sondern viele Menschen anderer Weltanschauungen.

Das jedoch wäre nur ein Aspekt dieses großen Heiligen. Ursprünglich einziger Sohn eines reichen Tuchhändlers und dessen Erbe, verzichtete er nach einem Sinneswandel auf ein gesichertes und luxuriöses Leben, erwählte ein Leben in Armut und rief dadurch junge Menschen zur Nachfolge Jesu auf. Unerwartet entstand eine Bewegung, die es bis dahin nur in Ägypten des ersten Jahrhunderts nach Christus gegeben hatte: Unzählige Männer verließen ihr Zuhause und folgten Franziskus in dieser radikalen Lebensweise nach.
Von Anfang an war es für Franziskus über alles wichtig, dass die Kirche seine Bewegung trug. Der Papst Innozenz III. bestätigte die Regel des Franz von Assisi.
Im Spätsommer des Jahres zog sich der Heilige zurück in die Einsiedelei La Verna. Dort geschah das wahrscheinlich Wichtigste in seinem geistlichen Leben: Am 17. September empfing er die Wundmale des Gekreuzigten. Von da an war er von dem auch am Leib geprägt, was er am meisten verehrte und den Menschen verkündete, dem Leiden Christi. Wir nennen einen solchen Menschen stigmatisiert.
Zwei Tage später, am 6. Oktober verehren wir Passionisten einen seligen Bruder, Isidor vom heiligen Josef. Er war Belgier und hatte keine sensationelle Vita zu bieten. Als Gärtner, Koch und Pförtner versah er in gewissenhafter Weise seinen Dienst. Mit 30 Jahren erkrankte er an Augenkrebs, schließlich starb er mit 35 Jahren. (1881 - 1916) Wenn auch Isidor nicht die Wundmale des Herrn in ihrer Fülle trug, war er doch einer der "Bürger von Kalvaria", jener verehrungswürdigen Kreuzesträger des Herrn. Das Grab des Seligen wurde zur Pilgerstätte tausender Hilfesuchender.
Wieder ein anderer Sohn des hl. Franziskus war Pio von Pietrelcina, ein Kapuziner, der wie sein Ordensvater die Wundmale Jesu tragen durfte. Seine Ruhestätte in S. Giovanna Rotondo, Apulien, gehört zu den meist besuchten Wallfahrtsorten der Welt.

Schließlich darf ich unseres Ordensvaters Paul vom Kreuz gedenken, dessen Hochfest am 19. Oktober gefeiert wird.
Auch sein Leben war geprägt vom Leiden und den Wunden Jesu unseres Erlösers. In der Verehrung und der Hinwendung zum Gekreuzigten liegt das Geheimnis der Heiligkeit dieser Männer. Mag es uns anstecken und zu innigen Freunden des Kreuzes werden lassen!


Es grüßt und segnet Sie