Juni 2011

Liebe Leser,

die Verfolgung von Christen ist eine traurige Tatsache, die sich in der ganzen Kirchengseschichte seit dem Pfingstfest in Jerusalem finden lässt.
Schon Jesus, der Herr hat es nüchtern prophezeit: "Haben sie mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen." (Jo 13,16 f)
Wir wissen vor allem von den Christenverfolgungen im römischen Reich, die 64 n. Chr. unter Kaiser Nero begannen und 303 mit Kaiser Galerius einen blutigen Höhepunkt erreichten. Unmittelbar darauf beendete Kaiser Konstantin der Große die Nachstellungen und Martyrien mit dem Toleranzedikt von Mailand im Jahre 313.

Die schrecklichste und bei weitem zahlenmäßig größte Christenverfolgung wurde 1917 mit der russischen Revolution in die Wege geleitet. In allen kommunistischen Diktaturen war das Christentum Feind Nr. 1. Die Volksrepublik China hatte sich unter dem größten Massenmörder aller Zeiten Mao Tsetung auch der Ausrottung des Christentums verschrieben.

In den letzten Wochen und Monaten wurde unser Blick bzw. unser Ohr oft nach Ägypten gelenkt, wo die ägyptischen "Ureinwohner", die Kopten als gedemütigte und gepeinigte Minderheit in der aktuellen Weltpolitik auftauchten. Sie haben seit der Eroberung durch die Araber im 9. Jahrhundert ihr Christsein stets bewahrt.
Ist es nicht vor dem Pfingstfest, dem Geburtstag der Kirche Jesu, eine wichtige Aufgabe, sich jener Geschwister zu erinnern, die für den Glauben an den einzigen Erlöser Christus, Nachteile, Unterdrückung und den Tod erleiden müssen?
Für jeden gläubigen Christen gilt das Wort Jesu am Kreuz: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. (Lk 23, 34)
Und auch die "Erfolgsgeschichte" der Kirche gründet letzten Endes auf den Märtyrern: Sanguis Martyrorum est semen Christianorum – Das Blut der Märtyrer ist der Samen (neuer) Christen.

Besonders traurig stimmt es aber, wenn Europa, das seine Kultur und seine Schönheit dem christlichen Glauben verdankt, immer mehr davon abrückt.
Die Folgen sind allerdeutlichst zu erkennen, werden aber bewusst ignoriert.
"Deutschland vergisst und vergreist!" lautete erst kürzlich eine Schlagzeile. Das lässt sich für Österreich 1: 1 übernehmen. Demenz, Überalterung und Entchristlichung bereiten einen Boden der Hoffnungslosigkeit, der Aggression und Gewaltbereitschaft.

Wird die Neuevangelisierung gelingen, die zaghaft angedacht wird?
Mut und Zuversicht gibt aber immer das Wort des Herrn. Die teuflische Verwirrung scheitert an Jesu Weisung: "Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Hölle werden sie nicht überwältigen!! (Mt 16,18 ff).
Feiern wir den Geburtstag der Kirche voll Glaubensmut und Vertrauen auf die Gegenwart des Herrn bis zum Ende aller Tage!
Er grüßt und segnet