Dezember 2010

Liebe Pfarrfamilie, verehrte Leser,

Alle Jahre stellt ich mit großem Bedauern fest, dass die weihnachtliche „Stimmung“ ziemlich rasch nach Neujahr verfliegt. Und so wird auch das zweite große Hochfest eher nur am Rande wahrgenommen und gefeiert. Ich meine „Erscheinung des Herrn“ – viele nennen den Tag nach dem Volksmund „Dreikönigstag“. Im Mittelpunkt steht der Erlöser, der zum ersten Mal von Fremden, von heidnischen Menschen gefunden und angebetet wird. Der berühmte Stern hatte sie, die im Osten aufgebrochen waren, um den neugeborenen König zu finden, sicher an ihr Ziel geführt.
Dieser große Tag wird ganz vom Licht des Himmels bestimmt und erleuchtet.
Er will uns einladen, das Dunkel unserer Zeit zu durchbrechen und Christus zu finden als das Licht unserer Lebensjahre.

Beginnt nicht die ungläubig gewordene Konsumgesellschaft alle Jahre den Advent mit einer Flut an Lichterketten und Beleuchtungsorgien? Wird nicht in unseren Landen jetzt geworben für die Aktion „Licht ins Dunkel? Wir spüren die Sehnsucht nach Helle und Sichtbarwerdung des Guten und Schönen.
Für uns Christenmenschen ist der 6. Jänner die Vollendung der weihnachtlichen Freude. Jesus bleibt nicht unerkannt im bethlehemitschen Notquartier liegen. Sein Stern ist aufgegangen und ging nicht sang- und klanglos wieder unter. Christus ist das Licht. Kein Mensch bleibt daher im Dunkel und der Unkenntnis über den göttlichen Erlösungsplan.
Daher werden diese Sucher aus dem Osten Weise genannt. Die Weisheit ist eine Eigenschaft Gottes und wird nur dem zuteil, der ihn sucht und anbetet.
Übrigens steht nichts im Evangelium über die Anzahl der orientalischen Besucher. Die „3“ hat sich eingeschlichen im Glauben, es wäre je einer aus einem der Erdteile nach Bethlehem aufgebrochen. Damals waren nur Asien, Afrika und Europa bekannt.
Zu „Königen“ hat sie auch die Tradition gemacht. Oder vielmehr ist es die tiefsinnige Aussage des Neuen Testamentes, dass Gott alle Getauften zu Priestern, Königen und Propheten erhoben und geadelt hat.
Der Tag der Epiphanie (Erscheinung) wird auch in Ost und West genutzt, das Wasser zu weihen. Neben dem Licht ist das Wasser Symbol für das Leben. Alter christlicher Brauch ist es, zu Beginn des Jahres die Wohnstätten mit diesem Wasser zu besprengen und zu reinigen.

Mag also dieser große Feiertag wieder bewusster in unserem christlichem Denken verankert sein. Ein guter Vorsatz, vielleicht der beste für das neue Jahr wäre es doch, wieder öfter und bewusster die Tage im kirchlichen Festkreis mitzufeiern. Vertiefen Sie wieder Ihre Beziehung zu Ihrem Erlöser! Ich erbitte es sehr vom Christkind!

Einen besinnlichen Advent und gesegnete Festtage wünscht Ihnen von Herzen Ihr …