Oktober 2010

Verehrte Leser,

imletzten Pfarrbrief habe ich auf die Patrone der Mediziner und Apotheker verwiesen und den Stellenwert des leiblichen Wohlbefindens im christlichen Denken angedacht.
Daran möchte ich anknüpfen. Täglich nehme ich es meistens nach dem Mittagessen auf mich, einen ausgedehnten Spaziergang zu unternehmen – mit zwei Stecken. Man nennt das heute „walken“. Da vergeht gut und gern eine und eine halbe Stunde. Was also dem Leib gut tut, so dachte ich mir, muss auch mit „Wellness für die Seele“ verbunden werden können.
Darum verrichte ich eines der kraftvollsten Gebete, die unsere Kirche kennt, auf meinem Wanderweg: das Rosenkranzgebet. Ich will wieder einmal darauf aufmerksam machen, jetzt im Oktober, der als d e r Rosenkranzmonat im Jahresverlauf gilt. Katholiken wissen, dass es den freudenreichen, den schmerzhaften und den glorreichen Rosenkranz gibt neben einer ganzen Reihe weiterer Formen dieses Gebetes.
Da ich an den meisten Tagen in der Wallfahrtskirche Maria Schutz vor der Heiligen Messe einen Rosenkranz von den drei genannten Geheimnisse bete, dachte ich mir, sei kreativ und denke nach, ob es nicht auch noch andere Betrachtungen beim Beten des zehnmaligen Ave Maria geben könnte.

Es gibt sie: Ich bete als folgende fünf Gesätzchen:

  1. Jesus, durch dessen heiligen Wunden wir geheilt sind. Als Passionist will ich den Erlöser in seinem Leiden immer besser verstehen und lieben. Darum stelle ich mir dabei seine heilende Kraft vor Augen, die uns Sünder immer wieder hoffen lässt.
  2. Jesus, der seine Jünger berufen hat. Mit dieser Erinnerung bitte ich um Nachwuchs für unsere Klöstern und geistliche Berufe in der Kirche.
  3. Jesus, der die Kranken geheilt hat. Alle Menschen, die akut oder lange Zeit erkrankt sind, besonders jene unserer Pfarrgemeinde, empfehle ich dem Herrn und bitte für sie um eine erträgliche Lage.
  4. Jesus, der unser Friede ist. Nicht nur den Verstorbenen widme ich dieses Geheimnis, sondern auch Allen, die nach Frieden im Herzen und im Zusammenleben mit Anderen suchen.
  5. Jesus, unser Glück und unsere einzige Seligkeit. Das letzte Gesätzchen stärkt in mir die Gewissheit, dass alles Mühen und alle Plage, aller Zweifel und Bitterkeit im Leben ein Ende finden im Augenblick der ewigen Schau meines Erlösers.

Ich bin überzeugt, dass auch Sie vielen „neue“ Geheimnisse finden können, wenn sie sich mit dem Rosenkranz beschäftigen. Viel Freude dabei wünsche ich Ihnen dabei!
Es grüßt und segnet Sie …