Mai 2010

Liebe Leser,

allzuwenig Interesse und Hingezogenheit zu jenseitigen bzw. himmlischen Dingen lässt sich heutzutage bei unseren Zeitgenossen feststellen.
Es zählt nur, was „fact“ ist. Erfolgreich und beispielgebend sind, die glauben was sie sehen und zählen, was sie haben.
Es gab einmal ein tiefsinnige Erziehung, die sich ausrichtete am ewigen Leben. Im Vordergrund stand die Absicht, in den Himmel kommen zu wollen.

Für einen, der Christus glaubt, hat sich auch heute daran nichts geändert.
Alle Gleichnisse, die wir von Jesus kennen beziehen sich auf den Himmel: Mit dem Himmelreich ist es wie mit …
Unser Leben ist also weiterhin einer Pilgerschaft vergleichbar, die das ewige Leben als Ziel vor Augen hat.

Zum diesjährigen Gedenken an den hl. Johannes Maria Vianney sei erinnert an folgende Begebenheit: Unterwegs in seine künftige Pfarre Ars, fragte er einen Buben nach dem Weg in das Dorf. Als der ihm die Richtung gewiesen hatte, sagte er zu dem Knaben: „Du hast mir den Weg nach Ars gezeigt. Ich zeige dir den Weg zum Himmel“.
Am Ende des Monats wird Pfingsten gefeiert, die Stunde, in der die Kirche geboren wurde durch die Ausgießung des Gottesgeistes über Maria und die Apostel. Seitdem kann mit Recht gesagt werden, was über vielen Kirchenportalen zu lesen steht: Hier ist die Pforte des Himmels.
Wer in die Kirche eintritt, steht schon auf „himmlischen Terrain“!
Und hat nicht die innige Marienverehrung im Mai seit altersher nicht ihren letzten Sinn darin, besonders die himmlische Herrlichkeit in ihr zu suchen und zu finden. Zu tiefst ergriffen werde ich beim Bekenntnis im Gebet des „Jungfrau, Muttergottes mein“: So lebe und glaub ich und sterbe darauf, Maria hilft mir in den Himmel hinauf.

Es ist etwas vom verachtungswertesten Bösen, den Kindern und Kleinen die Ausrichtung auf das Himmelreich zu nehmen.
Leider ist das heute der ansteigende Trend im Alltag der sogenannten westlichen Welt. Die Transparenz, die Durchsichtigkeit des irdischen Lebens für das darauf folgende, alles entscheidende Leben wird so verleugnet und verhindert. So ein einseitiges, verkrüppeltes, auf primitiven Konsum verkürztes Leben ist vom Vegetieren eines Tieres kaum mehr zu unterscheiden.

Jedem von uns ist Zeit gegeben, reichlich Zeit, sein Leben zu ändern im guten, christlichen Sinn. Dieser Monat sei uns aber besonders Gelegenheit, mit der Kraft des Heileigen Geistes und der Fürsprache Mariens unser himmlisches Ziel wieder deutlicher wahrzuhaben!
Herzlichst grüßt und segnet Sie …