März 2010

Liebe Brüder und Schwestern,

Zwei Bilder sind es, die ich Ihnen in dieser Fastenzeit 2010 zur wiederholten Betrachtung anbieten möchte. Beide Inhalte werden uns vom Kreuzweg Jesu überliefert, beide Begebenheiten stellen sich uns in den Weg, wenn wir diesen Weg nachgehen.

Da ist eine Frau, die dem beschmutzten, von Wunden übersäten und besudelten Jesus ein Tuch reicht, um sich wenigstens das Gesicht ein wenig reinigen zu können. Und es sei vermerkt, dass dies nur für ein paar Augenblicke Linderung brachte. Eine Unbekannte beging diese mitleidige Tat. Dafür erhielt sie in der christlichen Tradition den Namen Veronika: Veron eikon – wahres Bild.
Das Antlitz Jesu prägte sich ein in dieses reine Tuch, eigentlich bestimmt für das Abwischen von Schweiß, nun aber Andenken für die unauslöschliche, nicht mehr zu
tilgende Leidenschaft Jesu von Nazareth für die Sünder.
Was für ein Mut dieser Frau! Mit diesem Tun stellt sie sich einer verhetzten Masse von Menschen in den Weg, die unfähig geworden sind, menschlich zu handeln.
Die zweite Person, die uns gezeigt wird, ist Simon von Cyrene.

Es wird berichtet, er wäre um die Zeit vor der Mittagshitze vom Feld zurückgekehrt. Er quert den Weg Jesu nach Golgatha. Er passt den Schergen ins Konzept, dem vollkommen kraftlosen Nazarener den Kreuzesbalken zu tragen, wenn auch nur ein kurzes Stück Weges. Das Bild hier stammt von Sieger Köder und strömt ein „Aneinander-geschmiedetsein“ aus, das in tiefster Trost- und Hilflosigkeit doch Hoffnung keimen lässt.
Außer Veronika und Simon wird von keinem weiteren Menschen berichtet, der dem Hinzurichtenden einen Dienst erwiesen hätte.
So ist es eigentlich bis in unsere Tage geblieben: Wo Menschen einbrechen, zusammen-
brechen oder ausbrechen aus oder in behüteten Situationen, verringert sich der Helfer- und Freundeskreis enorm, oft bis zur vollkommenen Auflösung.
Das Erinnern an das Geschehen mit Veronika und Simon lehrt uns, dass unser Weg als Gläubiger unbedingt ein persönliches Vertrauensverhältnis zu Gott notwendig hat! Es nützt herzlich wenig, – abgesehen von der allzeit wirkenden Gnade – „Gott einen guten Mann sein zu lassen“. Wir sind Herausgeforderte, die aus der Nähe zu Jesus, unserem Erlöser, heraus Widerstand leisten können.
Mit einem Stoßgebet schließe ich, das in diesen Tagen oft verrichtet werden mag:
Wir danken dir, Herr Jesus Christ, dass du für uns gestorben bist.
Lass dein Leid und deine Pein an uns nicht verloren sein!
Es grüßt und segnet Sie…