Juni 2009

Liebe Geschwister im Herrn,

mir hat das Tagesgebet des Festes der hl. Kirchenlehrerin Katharina von Siena am 29. April sehr zu denken gegeben. Deshalb möchte ich es hier Ihnen wiedergeben, um gemeinsam Frucht daraus gewinnen zu können:
„Allmächtiger, ewiger Gott, du hast der heiligen Katharina von Siena das Leiden Christi und die Wunden seiner Kirche vor Augen gestellt. Im Dienst an der Kirche wurde ihre Liebe zu einem lodernden Feuer. Mache auch uns, die wir zu Christus gehören, bereit, die Leiden seiner Kirche mitzutragen, damit einst seine Herrlichkeit an uns offenbar wird. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.“
Wie es sich denken lässt, lebte Katharina in sehr bewegten und auch schwierigen Zeiten der Kirchengeschichte. Im 14. Jahrhundert belastete das Exil der Päpste in Avignon das Leben der Kirche. Katharina war eine außergewöhnliche mutige Frau, geprägt von einer tiefen christozentrischen Frömmigkeit. Ihr und ihrer Weitsicht gelang es als Beraterin vieler weltlichen und geistlichen Führer, die Erneuerung der Kirche voranzubringen.

Mir kommt vor, die Zeiten von heute ähneln sehr jenen, in der Katharina lebte und wirkte. Das Gebet formuliert, wie damals Hilfe erlangt wurde: Lodernde Liebe zur Kirche und ihren Wunden, die letzten Endes immer die Wunden ihres Hauptes Jesus Christus sind. Genauso wird es auch heute sein: Wem diese Kirche heilig ist, wer sie hochachtet als Ort der Gegenwart Gottes und Gemeinschaft der Sünder, die Christi Erlösung erlangen dürfen, wird wie Katharina und zahllose andere Heiligen den richtigen Dienst in und für die Kirche ergreifen.

Jetzt im Juni wird uns durch viele Festtage das Geheimnis dieser Kirche deutlich und bewusst: Pfingsten wird als Anfang und „Initialzündung“ der Kirche durch den Hl. Geist gefeiert. So sagt uns dies, die Kirche kann nicht altern, der Atem Gottes durchpulst sie ständig. Mit dem Fronleichnamstag besitzen wir den „Prangertag“, an dem wir das eucharistische Sakrament in der Monstranz öffentlich tragen und prunken mit diesem himmlischen Reichtum. Petrus und Paulus werden wieder am 29. Juni als vornehmste Apostel und Säulen der Kirche geehrt. Schließlich gibt uns die Verehrung der göttlichen Liebesglut im Symbol des Herzens Jesu in diesem Monat jene Kraft, von der die hl. Katharina von Siena so viel zu teil wurde.

Gern und wiederholt lege ich Ihnen allen ans Herz: Feiern Sie die Feste des Kirchenjahres bewusst mit! Werden Sie dadurch zu einem Christen, dem sein Herr einziges Glück und einzige Seligkeit werden will.
Herzlich grüßt und segnet Sie …