April 2009

Liebe Gläubige,

prächtig ziert die Titelseite dieses Pfarrbriefes das österliche Lamm. Als österliches Symbol trägt es die Fahne des Sieges. Kein Adler, kein Löwe, kein Panther oder Wolf, keines dieser beliebten, starken Tiere in der Heraldik stehen für den österlichen Christus. Es ist das Lamm, das reine, unschuldige Opfertier, das nach jüdischem Brauch zum Paschafest geschlachtet wurde.
Das Ende aller blutigen Opfer besiegelt Jesus von Nazareth, der Sohn des lebendigen Gottes. Fortan singen die Erlösten „Victimae paschali laudes“, „singt das Lob dem Osterlamme, bringt es ihm dar, ihr Christen.“ ( Osterlob des Wigo von Burgund) Was im österlichen Geheimnis verkündet wird, erreicht seinen Höhepunkt im Geschehen der Apokalypse, wo wiederum das Lamm die entgültige Gottesherrschaft anzeigt. Dieses letzte Buch der Heiligen Schrift lässt manchen Leser erschauern, wenn er von den letzten Dingen liest, die da angekündigt werden. So spricht man allgemein von „apokalyptischen Zuständen“, wenn ganz schreckliche Katastrophen auftreten.

Nun, es ist gut, wenn wir uns als „Gefolge des Lammes“ verstehen. „Sie folgen dem Lamm, wo immer es hingeht; sie sind erkauft worden aus der Menschheit als Erstlinge für Gott und das Lamm.“ (Off. 14,4) Das Osterfest macht uns alle Jahre deutlich, dass jeder gläubige Christ keinen wirklichen Grund zur Verzweiflung haben kann. „Wie glücklich ist der Christ“, so singen wir in der Haydn-Messe. So steht es uns auch zu!

In vielen trübseligen und traurigen Zuständen und Situationen — auch im Verlauf der jüngsten Kirchengeschichte — geht es uns oft wie den mutlosen Emmausjüngern. Da ist es dieses österliche Lamm, das uns zum Wegweiser wird. Seit diesen beiden Jüngern, die ihr Leben von Ostergeschehen her völlig umkrempelten, haben unzählige Menschen diesen Spuren des Osterlammes Folge geleistet.
Es gibt auch keinen anderen Weg, der zum Ziel führt. „Niemand kommt zum Vater außer durch mich!“ ( Jh. 14,6) Klar spricht Jesus diese Worte zu Thomas.
Der christliche Glaube erhält einzig und allein durch das österliche Geschehen seine Berechtigung und seine Einzigartigkeit. Jeder Lebenstag ist daher auch immer ein Ostertag. Das vergessen wir vielfach in der Leere und Faulheit unserer Zeit.

Lassen Sie sich vom auferstandenen Herrn begleiten! Beten Sie das österliche Lamm an! Feiern Sie ein wahrhaftiges, freudenvolles Ostern 2009!
CHRISTUS IST AUFERSTANDEN VON DEN TOTEN. ER IST WAHRHAFT AUFERSTANDEN.
Ein gesegnetes Osterfest wünscht Ihnen von ganzem Herzen …