März 2009

Liebe Gläubige,

der 40-tägige Weg der großen Fastenzeit ist wieder beschritten. Er führt uns zum Osterfest. Es gibt für einen Gläubigen keinen anderen Weg. Deshalb werden alle „Bräuche“ in dieser Zeit nur sinnvoll, wenn sie aus dem Glauben heraus gelebt werden. „Herr ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ Mit dieser Bitte dürfen auch wir beginnen. Ständig mussen wir uns auf die Hilfe Jesu Christi besinnen und berufen.
Gegen alle Maßlosigkeit und Gier, die materialistische Irrlehre, wendet sich die jährliche Aufforderung zu fasten. Unter Fasten ist nicht nur die Beschränkung und der Verzicht von und auf Speisen und Getränken zu verstehen, sondern auch genauso die Reinigung und “ Entschlackung“ des Geistes, der Seele. Das erste, was Jesus in seiner Fastenzeit der Wüste erkennt und ausspricht lautet „der Mensch lebt nicht vom Brot allein sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.“ Pausenlos sind wir jeden Tag Worten und Gedanken ausgesetzt, die schlechten Ursprungs sind. Es gilt, bewusst dieser Flut wieder entgegenzuwirken. Bauen wir einen Damm, der uns schützt vor den schädlichen Einflüssen beispielsweise durch Medien und Presse, die zum Hass und zur Rache motivieren. Gibt es noch Mutige, die einen oder sogar mehrere fernsehlose Tage kennen? Wer wählt seinen Lesestoff nach christlicher Verantwortung aus?

Erschrick nicht, wenn sich nicht sofort Gelingen feststellen lässt. Bete oft und immer wieder „Herr, in deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist“.
Es ist überhaupt von großer Hilfe, kurze und „starke“ Gebetsrufe zu verwenden, die sogenannten Stoßgebete. Etwa: „Herr erbarme dich meiner!“,
„Jesus, geh an meiner Seite!“, „Gekreuzigter Herr Jesus, erbarme dich unser!“ So kann man auch bei jeder Arbeit und Tätigkeit seine Gedanken, sein Denken reinigen und durch Gott stärken lassen.
Besonders wichtig für den Gläubigen ist es, sich das Geschehen des Evangeliums vom
verlorenen Sohn zu vergegenwärtigen und auf sich persönlich einzustellen. Die bedingungslose Umkehr wird zur Heimkehr in die Geborgenheit.

Wagen Sie aber vor allem wieder die heilsame und heilende Beichte, empfangen Sie das für die Zeit vom Aschermittwoch bis zum Pfingstsonntag verpflichtende Bußsakrament. Wenn Sie nicht in der eigenen Pfarre beichten wollen, so gibt es reichlich Gelegenheit etwa in der Wallfahrtskirche Maria Schutz, dem Kapuzinerkloster in Wiener Neustadt etc.
Machen Sie die Gebote Gottes wieder zum Fundament des Alltags. Beenden Sie keinen Tag, ohne um Verzeihung gebeten und Verzeihung geschenkt zu haben.
Trauen Sie sich! Gott zögert nicht, unser Mühen zu unterstützen.
Herzlich grüßt und segnet Sie…