Dezember 2008 / Jänner 2009

Liebe Geschwister im Herrn,

Sorgenerfüllt blickten so Manche bis heute hinauf zu den aperen Hängen des Hirschenkogels. Würde der Schnee rechtzeitig fallen bis zur Saisoneröffnung?
Er ist gefallen und fällt immer noch, während ich diese Zeilen schreibe.
Damit ist auch zunächst einmal der Dezember gerettet.
War es das dann auch schon? War da nicht noch etwas?

Ja richtig! Da kommt jetzt auch bald dieses Weihnachten. Das heißt, eigentlich ist es ja schon da. Der Christkindlmarkt, etwas ganz typisch Weihnachtliches, hat in Wien am 15. November aufgesperrt. Die Kekse, Lebkuchen, Nikoläuse aus Schokolade und das ganze kulinarische Angebot gibt es auch schon seit Ende Oktober in den Regalen der Supermärkte und Einkaufszentren. Christbäume werden jetzt schon illuminiert in Hülle und Fülle. Vielleicht werden heuer auch noch mal so richtig Geschenke gekauft. Es schaut ja eher düster aus mit den künftigen finanziellen Verhältnissen.

Es ist wirklich Anlass, sich Sorgen zu machen. Denn aus einer ehemals christlichen Gesellschaft ist eine geworden, die voll und ganz dem Kapitalismus huldigt. Da spielt selbstverständlich die eigentliche spirituelle Quelle dieses kommenden Festes mit seiner adventlichen Vorbereitung keine Rolle mehr.

Sorgenerfüllt blicke ich auf die große Anzahl von Menschen, die wieder im Begriff sind , Heiden zu werden.
Sorgenerfüllt höre ich die bedrückenden Nachrichten von der steigenden Armutsgrenze und den davon betroffenen Familien.
Sorgenerfüllt sehe ich die wachsende Gewaltbereitschaft und Jungen und Alten, den zunehmenden Hass und Neid auf Andere.
Die größte Not aber leiden doch jene, die der (geistliche) Verlorenheit und der Einsamkeit verfallen sind.

All diesen, denen unsere Sorge gilt, steht der ewig gleichbleibende Reichtum des Glaubens offen. Es gilt aber, nachzudenken, wie es sein kann, denselben zeitgemäß zu verkünden. Mit billigen, kurzfristigen „Events“ ist keinem geholfen. In den Glauben hinein müssen die Wurzeln getrieben werden. Es beginnt bei jedem Einzelnen, der sich Christ nennt, seine Wurzeln zu prüfen, nachzuspüren, ob wir an die lebensbejahende Erlösung durch den einzigen Retter Jesus Christus bekennen – auch durch unser tägliches Tun!
So ist der Advent zu beginnen! So ist ein tägliches Sprechen, Bitten mit Gott zu unternehmen.

„Herr, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein!“ Gnade macht uns fähig, Gottes Wohnung zu werden. Denn wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, doch nicht in mir …
ich wäre ewiglich verloren.( A. Silesius)

Herzlich grüßt und segnet Sie…