November 2008

Liebe Geschwister im Herrn,

Er war oft im Gefängnis, hatte den Tod spürbar im Nacken, 200 Peitschenhiebe spürte sein Rücken. Dreimal schlug man ihn mit Stöcken, einmal wurde er gesteinigt. Schiffbruch erlitt er dreimal; dabei verbrachte er eine Nacht und einen Tag auf dem offenen Meer. Voller Gefahren waren seine vielen Reisen, häufig hatte er nichts zu essen, litt unter Durst, fror und war nackt.

Von wem ist hier die Rede? Welches abenteuerliche Leben wird da kurz benannt?
Ein gelernter Zeltmacher, ein gebürtiger Jude aus Tarsus in Kleinasien schreibt im zweiten Brief an die Korinther die oben angeführten Erlebnisse (2 Kor 11, 23 ff). Sein Name ist Paulus. Ursprünglich Saulus genannt, wechselte der gesetzestreue und fromme Pharisäer seinen Namen und nannte sich in Hinkunft „der Geringe“, eben Paulus.
Nun hat Papst Benedikt XVI. ein Gedenkjahr an diesen Völkerapostel ausgerufen. Anlass ist dessen Geburtstag vor 2000 Jahren.
Es gibt keinen Apostel, der eifriger, glühender und einsatzbereiter für die Botschaft Jesu Christi gelebt und gekämpft hat. Sein Leben bleibt auch nach dieser Zeit für uns Christen beispielhaft und wegweisend.

In der Apostelgeschichte schreibt der Evangelist Lukas über das wichtigste Erlebnis des Paulus:
Er war auf der Straße und näherte sich Damaskus, als plötzlich ein Licht vom Himmel um ihn herum aufflammte. Er fiel zur Erde und hörte eine Stimme, die sagte zu ihm: Saul! Saul! Warum hörst du nicht auf, mich zu verfolgen?
Lieber Herr, wer bist du? fragte er. Ich bin Jesus und du verfolgst mich. Doch stehe auf und geh hinein in die Stadt, und du wirst erfahren, was du tun sollst (Apg 9, 3 ff).
Paulus und Petrus sind jene Apostel, die als Säulen der Kirchen gemeinsam gefeiert werden (29. Juni). In der Präfation des Hochfestes heißt es:
Petrus hat als erster den Glauben an Christus bekannt und aus Israels heiligem Rest die erste Kirche gesammelt. Paulus empfing die Gnade tiefer Einsicht und die Berufung zum Lehrer der Heiden. Auf verschiedene Weise dienten beide Apostel der einen Kirche, gemeinsam empfingen sie die Krone des Lebens.

In den kommenden Monaten wird wiederholt über den hl. Paulus die Rede sein. Ich möchte sie einladen, persönlich das Interesse an diesem großen Heiligen zu wecken.
Herzlichst grüßt und segnet Sie …