Oktober 2008

Liebe Pfarrfamilie, liebe Gäste und Freunde,

am 2. Oktober wird der Gedenktag der heiligen Schutzengel begangen. Er ruft uns die Existenz jener körperlosen Kräfte in Erinnerung, die so eng mit dem Leben der Menschen verbunden ist.

Wer die Wallfahrtskirche Maria Schutz oder eine andere Kirche aus der Barockzeit betritt, bemerkt früher oder später die fast zahllose Darstellung von pausbäckigen Engelsgestalten, Kleinkindern ähnlich, sogenannten Puttos oder Putten. Diese liebenswerten Abbildungen führten dazu, vom „Schutzengerl“ zu sprechen. Der historische Hintergrund dieser „Putten“ sind die Zeit der schrecklichen Kriege anfang des 17. Jahrhunderts und die Seuchen von Pest und Cholera. Unzählige Kinder fielen ihnen zum Opfer. Der große Trost bestand im Glauben, dass sie als Engel im Himmel ein Leben ohne Leid und Qualen führen konnten.
Natürlich hält das einer theologischen Prüfung nicht stand. Ein Mensch kann kein Engel werden und umgekehrt. Man traut auch so einem „Engerl“ nicht zu, Schutz und Geborgenheit zu vermitteln; eine Aufgabe die Gott diesen Geschöpfen zugedacht hat.
Der Schutzengel wird im Alten und Neuen Testament wiederholt genannt. Am Gedenktag wird folgende Lesung aus dem Buch Exodus gelesen: „ So spricht Gott, der Herr: Ich werde einen Engel schicken, der dir vorausgeht. Er soll dich auf dem Weg schützen und dich an den Ort bringen, den ich bestimmt habe. Achte auf ihn und hör auf seine Stimme! Widersetze dich ihm nicht! Er würde es nicht ertragen, wenn ihr euch auflehnt, denn in ihm ist mein Name gegenwärtig. (Ex 23, 20-21)

Wir spüren, wie macht- und kraftvoll dieses Wesen ist. Somit wird der stärkende und trostvolle Glaube erfahrbar, dass unser ( für Gott) so kostbares Leben in seinen Händen ruht.
Jesus spricht ebenfalls vom Engel, der uns begleitet und beschützt. Besonders Kindern sagt er diesen Schutz zu, die damals (und heute) machtlos im Leben stehen.
Die Verehrung dieser Schutzgeister ist uns von der Kirche ans Herz gelegt. Jeder, der sie treu ausübt, spürt in vielen Lebenssituationen dieses enge Bündnis zwischen dem Schöpfer und uns Geschöpfen.
Ihr eigentliches und wichtigstes Tun ist das Geleiten hinein in die Herrlichkeit Gottes. Allzuviele Christen haben das aus den Augen verloren, wen sie nur den materiellen Sorgen ihre Gedanken widmen.
Ich empfehle unsere Pfarrgemeinde und alle Menschen guten Willens der Hilfe und der Geborgenheit der heiligen Schutzengel!

So grüße und segne ich Sie von Herzen als