Juli/August 2008

Liebe Geschwister im Herrn,

jedes Jahr um den 2. Juli ziehen die Maria Schutzer nach Spital am Semmering. Es ist das Fest der Heimsuchung Mariens und seit alter Zeit Wallfahrtstag. Man bedenke, dass die Kirche von Spital schon aus dem Mittelalter stammt; also lange bevor in Maria Schutz eine Wallfahrtskirche stand, wallfahrteten Menschen nach Spital.

Es ist jetzt überhaupt wieder Zeit für Wallfahrten. Keiner kann wohl sagen, wieviele Wallfahrtskirchen es auf dieser Welt gibt. Die meisten Wallfahrtsorte sind der Gottesmutter geweiht. Da trifft das prophetische Wort der allerseligsten Jungfrau zu: „Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Geschlechter!“.
Dieser Satz entstammt dem Magnifikat, dem Lobpreis Mariens, den sie beim Besuch ihrer Verwandten Elisabeth jubelnd gesungen hat.
Wie Maria machen sich also Christen auf den Weg, um sich sozusagen bei Gott „auszusprechen“, an einem Ort zu verweilen, der nicht der heimische ist.
Vorsicht. Man verwechsle nicht Touristen, die in Bussen durch die Landschaft gekarrt werden und dann auch vor Wallfahrtskirchen auftauchen, mit Pilgern. Ich erlebe es oft in Maria Schutz, wo sich nach der Ankunft die Buspassagiere sofort zur Krapfenstation begeben und dort einkaufen. Oft finden nur wenige auch den Weg in die Kirche...

Wallfahrer kommen zumeist aus Situationen, die die Absicht beinhalten oder auslösten, Gott zu suchen und anzubeten. Wahre Pilger (zu Fuß oder motorisiert ist sekundär) haben während ihres Ankommens, ja schon vor dem Aufbruch eine Hinwendung zu Gott vollzogen.
Das ist ein wichtiges Zeichen im Vollzug einer Wallfahrt: Sich vom Rhythmus seines alltäglichen Lebens zu lösen und hineinzugehen in das Wagnis, Gott zu trauen. Dank und Bitte heißen die Angeln jeder Wallfahrt.

Früher dauerten diese Pilgerfahrten eine längere Zeit. So manche(r) macht sich auch in diesen Tagen wieder auf die Reise nach Santiago, den berühmten Ort, der das Grab des Apostels Jakobus birgt. Jerusalem hat in der Tradition der Wallfahrt den vorzüglichsten Rang.
Ein gar nicht schlechte Idee wäre es, zur Bereicherung seiner religiösen Praxis und nicht zuletzt zum reichen Segen eine jährliche Wallfahrt vorzunehmen, allein, mit Freunden oder der Familie... Es ist ganz sicher ein Erlebnis von besonderer Art!
So wünsche ich allen in unserer Pfarrgemeinde, Gästen und Einheimischen eine wahrhaft christliche Sommerzeit in der öfteren Begegnung mit dem Schöpfer beim Gottesdienst und in der Freizeit.
Es grüßt und segnet sie herzlichst