Juni 2008

Liebe Geschwister im Herrn,

wir am Semmering sind gewiss nicht die aktionsfreudigste und umtriebigste Pfarre. Wir haben große Mühe, in unserer Pfarrgemeinde Veranstaltungen zu unternehmen, die dann auch besucht werden. Ich denke da etwa an die sogenannten Pfarrnachmittage. Zwei oder drei Mal im Jahr angesetzt, sind sie sehr schwach besucht bzw. sind sie der Mühe fast nicht wert obwohl es gewiss nicht an guten Themen mangelt.
Dann gibt es noch jeden Montag die Ministrantenstunden: Einigermaßen zufriedenstellend, wenn die Eltern mitmachen. Die Konkurrenz ist groß, sprich Sport bzw. schulischer Druck. Aber wir kommen über die Runden. Vielleicht wird einmal in nächster Zeit eine Jugendgruppe daraus hervorwachsen.
Im April haben wir im Stift Vorau über zwei Tage eine Pfarrgemeinderatsklausur mitgemacht. Leider war auch hier die gut gemeinte Sache durch plötzliche Absage einiger Ratsmitglieder nur im Ansatz hilfreich.
Wir werden versuchen, die dort besprochenen Möglichkeiten in die Tat umzusetzen. Ein Wunsch, der dort durch das Gespräch miteinander als hilfreich und wichtig erschien, ist die Bildung eines Gebetskreises in der Pfarre. Was bedeutet auch schon die allergrößte Mühe, wenn sie nicht im Gebet getragen wird? So erfüllt mich also die Hoffnung, dass hier ein paar Interessierte mitmachen.
Ich möchte hier aber etwas sehr Wichtiges vermerken: Unsere Sonntagsgottesdienste sind von einer ganz großen Zusammengehörigkeit geprägt. Es ist erfahrbar, wie durch den Gesang und die würdige Haltung eine tiefe Hinwendung zum Herrn geschieht. Besonders der Empfang des heiligen Sakramentes der Eucharistie ist vorbildlich.
Das sind ganz wichtige Augenblicke, die genannt werden müssen. So selbstverständlich ist das gewiss nicht überall.
Es wäre aber wieder ein großer Wunsch, wenn die jungen Familien in unserer Gemeinde wieder regelmäßig zu den Gottesdiensten kämen. Das könnte nur zum großen Segen für all unsere Gemeinschaften werden.
Am Ende des Monats steht das Fest der Apostelfürsten Petrus und Paulus im Kalender. Diese beiden Männer haben den Ruf Jesu, ihres Meisters nicht überhört oder ignoriert sondern sind das geworden, wozu sie Christus machen wollte: zu Menschenfischern und Zeugen seiner Menschenliebe. Ich bin überzeugt, dass auch in unserer Mitte Menschen wohnen, die Gott zur Fürsorge und Zuwendung berufen will.
Ich schreibe das, damit alle, die es lesen, verstärkt den Dienst für das Reich Gottes vor Ort aufnehmen.
So grüße und segne ich Sie alle wieder ganz herzlich als …