April 2008

Liebe Geschwister im Herrn,

unser P. Albert ist heimgegangen. So hat es Bischofsvikar Amadeus Hörschlager wiederholt in seiner Predigt beim Gottesdienst am 25. März ausgedrückt. Besser und verständlicher kann man es auch kaum sagen. Ein geliebter Mensch, einer, den Generationen gekannt haben, ist nicht zufällig so alt geworden, dann erkrankt und schließlich gestorben. In seinen letzten Lebenswochen vom 27. Jänner bis zu seinem Tod am 18. März glich dieses hohe Leben wirklich einer Kerze, die kurz vor dem Verlöschen steht. Am Anfang konnten wir noch glauben, er würde sich wieder „erfangen“. Die Flamme begann noch einmal hell auf zu flackern. Dann ging aber langsam die Kraft aus. Kurz war der Pflegeaufenthalt daheim im Kloster. Die erneute Einweisung ins Spital, diesmal ins LKH Mürzzuschlag, war die letzte Station, das letzte Stück Docht seines irdischen Lebens.

Die Karwoche war gekommen, der dritte Tag. Ein Passionist wie P. Albert es war, durfte darin den Ruf Gottes nach ihm hören und ihm für immer folgen.
Und hier ist das Entscheidende geschehen: Die Reife seines Lebens war da, jetzt. Nicht wir können bestimmen, wann es Zeit ist, sondern Gott spricht sein zärtliches „Komm“.

Das hohe Ostern ist nun da. Wir singen wieder laut das Halleluja. Wir haben wieder den Sieg Jesu im Osterlob besungen. Wir feiern fünfzig Tage lang bis zum Pfingsttag das österliche Wunder.
Begreifen wir, dass P. Albert als Verkünder des Todes und der Auferstehung des Herrn nun seine Hoffnung erfüllt sieht? Ganz sicher hat er in seinem Leben, das er so heiter und fröhlich gelebt hat, die Nacht von Gethsemani erleben , auch den bitteren Kelch trinken müssen.
Sein gläubiges Leben sei unvergessen und als Vorbild in Erinnerung gerufen.
Ihm war dieses irdische Leben ein sehr liebes, erkennbar an einem Ausspruch, den er gern in den Mund nahm: „Wir wollen doch noch länger leben!“ Wenn er von den Kriegszeiten sprach und seinen Erlebnissen, konnte man öfter glauben, er spräche von Urlaubszeiten. Immer war es zufrieden und den Ereignissen der Zeit gegenüber höchst interessiert und aufgeschlossen.
Nun also ist er daheim. So wie es der Apostel Paulus mitteilt, sollen es auch wir annehmen und vorleben: Unsere Heimat ist im Himmel. Dort hin wollen wir pilgern, wie es uns P. Albert so gut gezeigt hat. Er möge das ewige Ostern geschenkt bekommen!

Für Maria Schutz und die Pfarre Semmering sei er ein Helfer und Fürsprecher in der Ewigkeit.
Es grüßt und segnet Sie…