Feber 2008

Liebe Geschwister im Herrn,

heuer ergibt sich der früheste Ostertermin, der überhaupt möglich ist:
Am 21. März ist Frühlingsbeginn, am 22. der erste Frühlingsvollmond, am 23. der erste Sonntag nach diesem Vollmond, also Ostersonntag. Für die Freunde der Faschingszeit ist diese ein wenig kurz. Aber die Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch am 6. Feber ihren Beginn nimmt, ist ja auch eine sehr inhaltsreiche und frohmachende Zeit.

Am Fest der Taufe Jesu, dem letzten Tag der Weihnachtszeit, haben wir gesungen „ Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden“.
Ich denke, schöner kann die Fastenzeit gar nicht überschrieben werden:
Es ist die immer wiederkehrende Zeit im Jahr, die der Erneuerung bzw. der Wiederentdeckung der Freundschaft zwischen Gott und uns sündigen Menschen gewidmet ist. Also auf, suchen wir die Spuren des Freundes!
Nun, es ist aber schon klar, daß diese Freundschaft nur erlebbar sein kann, wenn uns die Sünde zuwider ist. Wir wollen und müssen umkehren. „Hört seine Stimme, ändert euer Leben, suchet das Gute und lasst ab vom Bösen…“ In einer Bußlitanei wird der Vorsatz zur Umkehr betont.
Wer aber ist schon imstande, sein Leben zu ändern, viele Gewohnheiten zu überprüfen und auf ihre Güte hin zu testen?

Ich denke, gerade die Sichtweise Jesu Christi ist es, die hier entscheidend hilft. Wenn wir kein klares Bild von ihm haben, wenn unser Wissen über ihn sehr gering oder gar nicht vorhanden ist, kann auch kein Verlangen nach einer Freundschaft mit ihm entstehen.
An oberster Stelle, eine Freundschaft mit Gott aufzubauen, steht das Gespräch mit ihm, die „Unterhaltung“ oder wie wir es auch nennen können, das Gebet. Jede Freundschaft trocknet aus, wenn der Kontakt dürftig ist bzw. kaum gepflegt wird. So kommt es dann auch, dass Viele, die früher noch an hohen Festen wie Weihnachten oder Ostern in der Kirche zu sehen waren, schon lange auch da nicht mehr vorstellig werden.
Ich lade ein, wieder neu an die Treue Gottes anzuknüpfen. Er will unser Heil, er ist ein heilsamer Gott, er ist der Heil-land.

Das wird uns am Höhepunkt christlichen Glaubens deutlich. Es ist der Weg nach Ostern, den wir wieder beginnen. Nirgendwo wird Leben so erlebbar wie beim Jubel der Auferstehung. Nirgendwo aber wird auch die Liebe Gottes so spürbar, wie in der Passion. Unser Leid wird erträglich durch die Bewältigung durch Jesus.

Stellen Sie ihre Tage in der Fastenzeit wieder tiefer in die Beziehung zu Gott.
Kein Tag also ohne Gewissenserforschung, kein Tag ohne Reue über erfahrenes oder getanes Unrecht. Kein Tag ohne Gebet und wenn es noch so kurz ist.
Es grüßt und segnet Sie…