Juli/August 2007

Liebe Geschwister im Herrn,

Unser Leben wäre vielleicht ein sehr geordnetes und übersichtliches, wenn es ohne Irrtümer, ohne Sackgassen verliefe… Aber das ist eben sehr selten der Fall - Gott sei Dank.
Lassen Sie mich das behaupten: Irrtum und „nicht mehr weiter wissen“ ist ein Mittel Gottes, den Menschen hinzuführen zu seiner Geborgenheit und seiner unendlichen Liebe.
Als Beweis dafür nenne ich ein Lieblingslied von mir. Im Gotteslob unter der Nummer 558 findet sich der Gesang des Johannes Scheffler alias Angelus Silesius „Ich will dich lieben“.
Dieser Schlesier hat in den Wirren des dreißigjährigen Krieges seine Orientierung verloren und hat bei verschieden Sekten das „Daheim sein dürfen“ gesucht. Gefunden hat er es nach schließlich im Schoß der Mutter Kirche, der katholischen.
Um so glühender wird in diesem Lied sein Bekenntnis spürbar, seine Dankbarkeit für die von Gottes Gnade geschenkte Einsicht und Führung.
Es wurde ihm klar, wo er endlich sicher war, wo Christus seinen Segen und seine Liebe in Fülle bereithielt.

In der Sommerzeit feiern wir ein Fest, das mit diesen Gedanken sehr viel zu tun hat: Am 6. August steht im Kalender „Verklärung Christi“.
Drei Apostel nur nimmt Jesus mit auf den Berg, wo dieses Wunder erlebbar wird: Christus inmitten von Elias und Mose zeigt sich strahlend und klar als Sohn Gottes.
Dazu wird die Stimme Gottes hörbar. Er ist der, auf den wir hören müssen,um aus unseren Irrtümern und Sackgassen zu entkommen.
So ein Erlebnis wünsche ich jedem, der an Christus glaubt. Unser Herz ist der richtige Begegnungsort dafür. Da wird auch Liebe entfacht. Ich w i l l Christus lieben. Der Wille ist notwendig, überhaupt Gutes zu tun und zu verrichten.

Erholen Sie sich gut, ob am Semmering oder anderswo. Gott führe Sie sanft durch die Zeit und geleite Sie hinein in seine Liebesfülle.
Herzlichst grüßt und segnet Sie, wie immer …