Juni 2007

Liebe Geschwister im Herrn,

einer der beliebtesten und meist verehrten Heiligen hat im Juni, genauer gesagt am 13. Juni seinen Festtag: Antonius von Padua. Um die Portugiesen nicht zu verärgern, müssten wir ihn Antonius von Lissabon nennen, denn dort wurde er geboren. Aber er gilt seit seinem Tod in Padua als Heiliger der ganzen Welt. Sogar Muslime verehren ihn. In Istanbul habe ich es selber gesehen, daß sie in die katholische Kirche kommen und vor seinem Bildnis eine Kerze entzünden.
Warum wird dieser Franziskanermönch so hoch verehrt? Was macht seine ungebrochene Beliebtheit durch Jahrhunderte hindurch aus?
Hauptgrund scheint zu sein, daß er immer hilft, verlorenes Gut wiederzufinden. Ich kann persönlich Zeugnis geben, wie der hl. Antonius jedes Mal geholfen hat, mir wertvolle und wichtige Dinge wieder zu erlangen.
Aber es ist sein kurzes Leben, das er ganz in den Dienst der Verkündigung gestellt hat. Ursprünglich nach Nordafrika unterwegs, um dort das Evangelium zu predigen, landete das Schiff, auf dem Antonius verweilte, nach schwerem Seesturm auf Sizilien. Von dort machte er sich zu Fuß auf, um nach Assisi zu gelangen und Franziskus kennenzulernen. So geschah es auch. Franz erkannte sofort die hohe Begabung des portugiesischen Mitbruders und bestimmte ihn als Lehrer zur Ausbildung der jungen Novizen. Wortgewaltig und zugleich demütig und bescheiden predigte er in vielen Dörfen Umbriens. Man schickte in deshalb in das Waldenser- und Katherergebiet Südfrankreichs, wo er die Irrgläubigen wieder dem katholischen Glauben zuführte.
Der unermüdliche Einsatz, die strenge Lebensweise zehrte an seinen Leibeskräften. Schon mit 30 Lebensjahren erkrankte er schwer. Immer wenn es möglich war, suchte er Erholung auf einem gräflichen Landgut vor den Toren Paduas. Dort ereignete sich auch die Vision, in der Antonius das Jesuskind in den Armen tragen durfte und von diesem liebkost wurde. Mit 33 Jahren verstarb er und wurde in die Stadt Padua übertragen – unter der Teilnahme der gesamten Stadtbevölkerung.
Bis heute ist die Basilika, die über seinem Grab erbaut wurde, das Ziel unzähliger Gläubigen. Als man den Sarg zum ersten Mal öffnete, entdeckte man unter den Gebeinen, d.h., im Schädel des Heiligen seine Zunge, die vollkommen unverwest war und es bis zum heutigen Tag ist.
Auch in unserer Pfarrkirche findet sich ein Seitenfenster mit seiner Darstellung. Ich möchte mit der kurzen Schilderung an dieser Stelle anregen zur Verehrung und Zuneigung.
Er sei auch Ihnen Helfer und Fürsprecher in allen Nöten, die sie mit ihm teilen.
Es grüßt und segnet Sie herzlich…