April 2007

Liebe Geschwister im Herrn,

wenn es einmal Ostern ist, stehen die Tore offen für das ganze Jahr. Ostern ist die Pforte des Lebens. Jeder Christ spürt, Ostern ist das wichtigste Ereignis und Erlebnis im Jahr.
Durch das österliche Geschehen zerbricht die Bosheit, wird alle Belastung weggenommen. Der OSTERFRIEDE will uns erfassen.

Was ist eigentlich an Ostern geschehen?
Wir singen es in der Osternacht zum ersten Mal: Der Heiland ist erstanden, befreit von Todesbanden. Kein anderes Lied ist machtvoller und tiefgründiger als das österliche. Es sagt der Welt, dass es keinen Grund zur Hoffnungslosigkeit mehr geben kann.
Doch hat es in diesem jungen Osterglauben damals einen Apostel namens Thomas gegeben. Er war mehr als alle anderen Apostel vom Zweifel befallen und steht nach wie vor für alle Menschen, die nur glauben wollen, was ihnen die Augen sehen lassen.
Thomas ist für unsere Ostererfahrung von großer Bedeutung. Man sagt, es gäbe keinen Gläubigen, den nicht irgendwann im Leben der Zweifel befiele.
Der gefährlichste Feind des Glaubens und der Liebe ist der Zweifel: die bohrende Frage, ob nicht nur alles Betrug oder Selbsttäuschung war. Gründe und Beweis helfen nicht weiter, sie werden ja ebenfalls in den Zweifel hineingezogen. Helfen kann nur eine große, alles verändernde Erfahrung: die Offenbarung der Wahrheit selbst oder die spontane Mitteilung der Liebe.
Thomas hat an seinem Zweifel mehr gelitten als alle anderen Apostel begreifen konnten. Er hat geglaubt und geliebt. Und Jesus hat ihn nicht allein gelassen; ihm genügte nicht der Glaube der Mehrzahl. Seine Wunden wurden Thomas zur Heilung. Die schmerzhafte Wunde des Zweifels wurde geheilt.
Ist das nicht eines der großen Osterwunder, die sich auch heute wiederholen?

Wie Thomas die richtige und wichtige Antwort gefunden hat, werden auch wir den Moment in unserem Leben brauchen, wo wir sagen dürfen: M e i n Herr und m e i n Gott. Dann nämlich ist mein Glaube ein echter, wenn meine ganze Persönlichkeit den Auferstandenen annimmt und über alles stellt.
So wird der Wunsch des Herr wirksam, der Osterwunsch schlechthin: Der Friede sei mit euch!
Mit diesem Wunsch grüße auch ich Sie und alle Ihren Lieben. Wahrer Osterfriede überkomme Sie, nicht nur ein paar Stunden Ausrasten. Fünfzig Tage bis hin zum Pfingsttag sei uns der Auferstandene täglich Quelle festlicher Freude!

Herzlich grüßt und segnet Sie…