November 2006

Liebe Geschwister im Herrn,

diese Zeilen schreibe ich am Freitag, den 13. 10. Eh schon wissen! Im Radio wird dieser Tag besonders genannt wegen möglicher Unglücksfälle etc.
Für mich Anstoß, hier ein paar Gedanken zum Aberglauben wiederzugeben.
Es gehört scheinbar zum guten Ton, auf Holz zu klopfen oder sich im Horoskop über den (un)möglichen Tagesverlauf zu informieren. Die Macht der Sterne wird von unzähligen Menschen anerkannt. Sie richten sich ganz und gar nach den Berechnungen von Astrologen und legen ihr Lebensprogramm danach aus. Besonders der Mondkalender hat es Vielen angetan. Da wird je nach dem davor gewarnt, gewisse Operationen vornehmen zu lassen oder etwa Haare zu schneiden, wie eben der Mond im Zu- oder Abnehmen steht.

Hier könnt man ohne Ende aufzählen, was an Dummheiten konsumiert wird und ohne Hinterfragen angenommen wird. Aberglaube meint eigentlich einen „Gegen- glauben“. Wenn die Wurzeln der lebendigen Gottesbeziehung nicht genährt werden und somit langsam aber sicher austrocknen, sucht sich der Mensch etwas, wo er sich festhalten kann.
Vor allem im Gesundheitsbereich ist unsereins besonders sensibel. Hier setzt auch der Aberglaube unserer Tage an. Es werden etwa die Schriften der hl. Hildegard von Bingen aus ihrem tiefen Zusammenhang mit deren innigen Glauben gerissen und der esoterischen Weltanschauung einverleibt, die keinen Erlöser kennt und braucht.

Die Hl. Schrift warnt sehr klar von dem Tausch, der Täuschung ist: Statt des Schöpfers wird das Geschaffene angebetet und verehrt. So sind es eben dann Steine, denen Heilung zugedacht wird und andere Unsinnigkeiten. Auch die Ebene der Homöopathie muß sehr kritisch betrachtet werden, kommt sie doch aus unchristlicher und antitheistischer Quelle.

Bei der Taufe wird ganz bewußt die Frage gestellt: Widersagst du dem Satan, der Wurzel und dem Urheber alles Bösen. Hier setzt die bewußte Hingabe an Gott an. Der Christ lehnt alle Zufälligkeit ab. Er nimmt das Psalmwort ernst: In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist (und meinen Körper).
Gern erinnere ich an die Worte des evangelischen Theologen Bonhöffer, die in seinen Gefängnistagen vor seiner Hinrichtung geschrieben wurden: Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiß an jedem neuen Tag.
Mit einer Haltung wie dieser entkommen wir der Versklavung durch blinde Mächte, die uns nicht retten können!

Gehen Sie so wieder inniger hinein in Ihren Alltag, dem Geschenk des lebendigen Gottes.
Herzlich grüßt und segnet Sie…