April 2006

Liebe Geschwister im auferstandenen Herrn,

das Schenken und Beschenktwerden verbinden wir mehr mit dem Weihnachtsfest als mit Ostern. Wenn wir aber dem Inhalt dieses Osterglaubens nachspüren, erkennen wir, dass es kein anderes Fest geben kann, an dem wir so tief beschenkt werden wie bei der Feier der Auferstehung.
Es ist der Dienst der Versöhnung, die Sicherheit der Erlösung, der Herzenfrieden, den Jesus als erstes Geschenk seinen verwirrten, verängstigten und in die Flucht geschlagenen Jüngern überbringt: „Friede sei mit euch! Empfangt den heiligen Geist. Wem ihr die Sünden erlasst, dem sind sie erlassen…“
Diese österliche Gabe erleben wir im Vollzug des Bußsakramentes. Ist es nicht diese innerste Freiheit, die alle Christen ersehnen und wünschen?
Und doch scheuen sich die meisten vor diesem Schritt, sich Gott zu öffnen und seine Vergebung zu erbitten. Ich möchte Sie von Herzen ermutigen, wieder darüber nachzudenken, ob es nicht an der Zeit wäre, persönlich zu Gott zu kommen und das (An)gebot der Kirche anzunehmen: Das Sakrament der Beichte ist zu empfangen in der österlichen Zeit!
Es macht das Gewissen leicht, gibt neuen Mut, stärkt die Güte und Barmherzigkeit gegenüber den Mitmenschen, nimmt eine durch lange Zeit angehäufte Last von uns!
Es ist der Friede, der in seiner tiefen Fülle erlebbar werden kann, wenn wir unsere Schuld persönlich beim Namen nennen. Es wird ein wahres Ostern und führt wie bei Thomas zum Bekenntnis „M e i n Herr und m e i n Gott“.
Der Protestant Max Frisch schreibt einmal: Ein Katholik hat die Beichte, um sich von seinem Gewissen zu erholen, eine großartige Einrichtung; er kniet nieder und bricht sein Schweigen, ohne sich Menschen auszuliefern, und nachher erhebt er sich, tritt wieder seine Rolle unter den Menschen an, erlöst von dem unseligen Verlangen, vom Menschen erkannt zu werden. Ich habe bloß meinen Hund, der schweigt wie ein Priester, und bei den ersten Menschenhäusern streichle ich ihn“.
Wer sich in seinem Gewissen umschaut, kann gar nicht anders als zum Auferstandenen zu wandern, sein Herz auszuschütten und überströmt von Freude und Dank das Wunder zu bejubeln: Mit Christus bin ich auferstanden.
Gesegnete und wahre Ostern Ihnen Allen!
Es grüßt und segnet Sie…