Feber 2006

Liebe Geschwister im Herrn,

im liturgischen Kalender der Erzdiözese Wien, dem sogenannten Direktorium, steht unter dem 2. Feber der Hinweis: Heute ist der Tag des geweihten Lebens. Dieser Tag ist Mariä Lichtmess, das weiß jeder. Aber was ist der Tag des geweihten Lebens?

Unter Papst Johannes Paul II. entschloss man sich, einen Tag zu finden, an dem auf eine Lebensform aufmerksam gemacht werden sollte, die wie keine andere die Kirche, ja das Christentum geprägt hat. Es ist ein Leben, das in verborgener, abgeschlossener Weise geführt wird. Zwar ist es mitten in der Welt, aber eigentlich nicht von dieser Welt: Das Leben jener Frauen und Männer, die die klösterliche Lebensform gewählt haben.
Das Auftreten Jesu Christi und sein armes Leben ist bis heute eine Herausforderung an die Seinen. Die ganze Kirchengeschichte zeugt von einem ständigen Aufbruch zur besonderen Nachfolge des Herrn. Wir nennen diese besonderen Bedingungen der Nachfolge die „evangelischen Räte“. Das Evangelium empfiehlt sie als Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam. Sie prägen die geweihte Lebensform.
Es klingen große Namen an, wenn wir Menschen suchen, die diese Art des Lebens förderten oder ihm neue Impulse gaben:
Antonius von Ägypten, Basilius, Martin von Tour, Benediktus von Nursia und seine Schwester Scholastika, Franz von Assisi, Dominikus, Theresia von Avila, Ignatius von Loyola, Paul vom Kreuz und unzählige mehr.
Ob nun ein beschauliches oder ein caritativ - tätiges Leben in der geweihten Lebensart gewählt wurde, es war stets direkter Anruf Jesu, Berufung für ein ganzes, erfülltes Leben.

Es gab Zeiten, da war es ein Strom, der einmündete in die Klöster und wieder für die Welt fruchtbar werden sollte. Es gibt Zeiten, wie heute, wo es ein Rinnsal ist, das den Weg zu diesem geweihten Leben findet.
Wie immer auch, wir Christen sind verpflichtet, jene Menschen zu ehren und zu achten in der unmittelbaren Nachfolge des Gekreuzigten, des Lammes.
Darum ist uns dieser Tag geschenkt. Vielleicht wagt es auch der eine oder andere, sein Gebet stärker zu profilieren und darum zu bitten, mehr Menschen wieder diesen Lebensweg gehen zu sehen. Es entstand und entsteht großer Segen für die Welt durch dieses geweihte Leben.

In Herzlichkeit verbunden, grüßt und segnet Sie…