Dezember 2005 / Jänner 2006

Liebe Geschwister im Herrn,

„Der Friede, der Friede… wo kommt denn der Friede nur her?“. So fragte einmal Andre Heller in einem provokanten Lied. Eine Frage, die unterschwellig immer im Inneren des Menschen da ist. Es ist eigentlich die Ursehnsucht, die dieser Welt zu eigen ist aufgrund ihrer bitterbösen Erfahrungen mit Leid, Krieg und Gewalt.
Mit dieser Frage beginnen wir wieder diesen Advent, gehen in die Weihnachtszeit und eröffnen ein neues Jahr.

Gott beantwortet sie auch wieder von Neuem. Es ist ja inzwischen so, dass zwischen Weihnachten und Weihnachten unterschieden werden muss. Das was jetzt an äußereren Licht- und Konsumorgien auf uns zukommt, lässt diesen Weg zum Frieden, der seinen Ursprung in der Menschwerdung Gottes hat, gar nicht zu.
Gott stellt eine Bedingung für die Beantwortung: Die Menschen müssen seine Gnade wollen, müssen guten Willens sein. Jeder Tag erfordert den Vorsatz, sich vom Bösen abzuwenden, es nicht zu tun. Überlegen Sie einmal, was da alles wegfallen muss in meinem Alltag…

Friede beginnt nicht auf irgendeiner Konferenz der Mächtigen oder durch ein Abkommen zwischen Völkern. Friede beginnt, wo der Mensch und Gott ein Bündnis eingehen. Das hat einmal stattgefunden in der Menschwerdung Jesu. Diese Menschwerdung geschah mit der Geburt und setzte sich jeden Tag im Leben des Herrn fort bis zum Tod am Kreuz. Dort stiftete er den Frieden, das einzige Blutvergießen auf Erden, das je Versöhnung und Frieden brachte.
Wir gehen also wieder erneut ein in dieses Geheimnis und feiern es mit ganzem Herzen. Viel Stille ist dazu notwendig. Viel Hinhören auf unser Inneres. Wir es deshalb immer schwieriger, Feste wie Weihnachten feiern zu können, weil wir das nicht mehr üben und praktizieren?
Versuchen Sie es doch wieder einmal! Sprechen Sie Gott gegenüber aus, was er uns in den Seligpreisungen ans Herz gelegt hat: Ich will Friedenstifter sein!

Der Friede soll kein kurzfristiges Feiertagsgeschenk sein, er will uns für ein ganzes Jahr gegeben werden.
Es grüßt und segnet Sie herzlich…