September 2005

Liebe Pfarrfamilie, liebe Gäste am Semmering,

„War‘s schön?“ Diese Frage haben wir in den vergangenen Sommermonaten sicher oft gestellt bzw. gehört. Sie bezog sich auf Urlaub, Theaterbesuche, Erlebnisse vielfältiger Art. In ihrer einfachen Weise ist diese Frage für uns Menschen urtypisch. Wir suchen überall das Schöne. Ich finde, es ist die wichtigste Suche in unserem Dasein. Wir machen uns ja auch „schön“, wenn wir z. B. ausgehen. Das „Schön-sein“ macht uns glücklich und gibt uns Kraft.
Es lässt uns staunen und bewundern.

Doch wissen wir auch, dass vieles Schöne vergänglich ist. Es bedarf der Pflege; es erfordert viel an Mühe, einen Garten oder ein Gebäude etwa schön zu erhalten.
Ein schönes Ereignis war in diesen Tagen sicher das Weltjugendtreffen in Köln. Es waren Abertausende, die sich da eingefunden hatten. Und doch unterschied sich diese Veranstaltung wohltuend von anderen Massenevents: Kein Alkohol, keine Drogen, keine Schlägereien und Gewaltdemos.
Hier erlebten junge Menschen schöne Begegnungen durch Gebet und Vertiefung im Glauben.
Schön sind auch die Auffahrten zu unserer Pfarrkirche geworden. Ich hebe das hier einfach hervor, weil so viele Menschen ihre Freude darüber geäußert haben. Ich danke auch für die sehr mühselige Arbeit, da ja jeder Stein von Hand eingefügt werden musste.
So könnte ich jetzt einen ganzen Katalog von schönen Ereignissen auflisten.

Da fehlt doch noch etwas ganz Wichtiges?
Der, dem dieses Schöne wesentlich inne ist. Richtig. Es gäbe nichts zu bewundern, zu loben, zu preisen, wenn nicht Gott erwähnenswert wäre. Er ist die Quelle unserer Sehnsucht nach Schönem. Schönster Herr Jesus, so singen wir in einem Kirchenlied, Herrscher aller Herren, dich will ich lieben, dich will ich ehren, meiner Seele Freud und Kron. Alle die Schönheit Himmels und der Erden ist gefasst in dir allein. Keiner soll immer lieber mir werden als du, liebster Jesu mein. Schön ist der Monde, schöner ist die Sonne, schön sind auch die Sterne all. Jesus ist feiner, Jesus ist reiner als die Engel allzumal. Schön sind die Blumen, schöner sind die Menschen in der frischen Jugendzeit; sie müssen sterben, müssen verderben. Jesus bleibt in Ewigkeit. (GL 551)
Dieser Lobgesang auf die Schönheit Gottes und seine Schöpfung könnte ein täglicher Begleiter werden, um „graue“ Alltage“ vergessen zu dürfen…

Herzlichst grüßt und segnet Sie