Mai 2005

HABEMUS PAPAM.

Diese historische Vermeldung hört man nicht alle Tage. Nun war es also wieder so weit. Nach kurzer Sedisvakanz steht der 265. Bischof von Rom fest. Der bayerische Kardinal Joseph Ratzinger übt seit dem 19. April als Benedikt XVI. das Petrusamt aus.

Mich erfüllt das als Bayer mit großer Freude. Die gemeinsame Heimat verbindet und bewirkt einen positiven Patriotismus. Was vor 26 Jahren in der polnischen Nation aufbrach an Zuneigung und Begeisterung über die Wahl Johannes Paul II., lasse auch ich jetzt in mir zu in der Hoffnung, es möge eine segensreiche Zeit für die Kirche werden.

Habemus Papam. Das heißt schlicht und einfach: Wir haben einen Vater. Aus dieser Feststellung heraus weiß ich mich in der Kirche daheim. Sie ist meine Familie, weit über den Tod hinaus. So möchte ich auch den Begriff „Patriotismus“ auf diese Kirche übertragen. Unser Herr und Erlöser Jesus Christus ist ihr Urheber und souveräner Stifter. Seinem Apostel Simon hat er vor allen anderen Aposteln die Aufgabe übertragen, ihre irdischen Geschicke zu lenken. Ihm verwandelt er auch seinen Namen. Petrus, Kephas, Fels soll er heißen. Sprichwörtlich überreicht er ihm die Schlüssel zum Himmelreich. Er darf binden und lösen. In den Bischöfen von Rom wird diese Schlüsselrolle immer wieder lebendig und verbindlich.Wir haben einen Vater. Es ist daher von größter Bedeutung, ihm Vertrauen und Sympathie zu schenken. Wie in jeder Familie die Liebe zu den Eltern den Ausschlag gibt, so wird es auch hier nicht anders sein.
In diesen österlichen Tagen wird besonders das Symbol des guten Hirten sichtbar. Dieses archaische Bild bringt die Sicherheit und Geborgenheit der Herde durch diesen legitimen Hirten ins Spiel. Das Gegenteil ist der Mietling, der kurzfristig bezahlte Knecht, der seine Job nur des Geldes wegen verrichtet. Das Hirtenamt ist sicher das schwierigste aber auch das gesichertste Amt, das ein sterblicher Mensch ausüben kann. Es ist in seinem Wesen von vorn herein geprägt durch das Martyrium. Es ist aber auch wie kein anderer Dienst durch das Wort Jesu gehalten und gefestigt.

In jeder Eucharistiefeier jubeln wir unmittelbar vor der Wandlung: Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Das heißt lateinisch: Benedictus, qui venit in nomine Domini. Der Name des neuen Papstes ist eine Einladung an uns alle, wie er ein Segen, ein Gesegneter sei zu wollen für die Anderen.

Ad multos annos, auf viele Jahre, Benedikt XVI !!

Herzlich grüßt und segnet Sie…