April 2005

XPICTOC ANECTH

CHRISTUS RESURREXIT

CHRISTUS IST AUFERSTANDEN.

Ein ganzer Monat liegt vor uns, der ausschließlich vom Ostergeheimnis geprägt ist! Das ist selten. Um so freudenvoller und glücklicher mag uns zumute sein. . .
Oder doch nicht so ganz? Können wir Ostern eigentlich noch gebrauchen in unserem Lebensrhythmus, den wir aufgeteilt haben in Arbeit und Freizeit? Ich muss immer lachen bzw weinen, wenn Montags im Radio „ Durchhalteparolen“ ausgegeben werden nach dem Motto: Das Wochenende kommt ganz sicher! Ich frage mich dann, leben wir immer nur auf ein Ende zu? Ist uns die Arbeit, der Lebensunterhalt so wenig wert geworden, dass uns nur ein all zu kurzes „Wochenende“ zu retten vermag?
Könnte es nicht sein, dass der sogenannte Frust (kommt vom lat. frustra = vergebens, umsonst) die wahre Lebensanschauung verhindert? Warum entsteht diese Frustration eigentlich?
Ich denke, weil uns vorgelogen wird, alle Kraft und Möglichkeiten lägen im Können des Menschen. Schwachheit und Versagen werden immer mehr zu Tabus im Karrierezwang der Erfolgsgesellschaft. Ausgeblendet werden Sünde und Schuld.
In der Erzählung vom reichen Fischfang bei Johannes (Joh, 21, 1-19) geht so eine Frust- erfahrung voraus. Petrus und die anderen Apostel fingen trotz großer Anstrengung nichts. Erst die Ermutigung durch den Auferstandenen und das Vertrauen in dessen Worte ermöglichten das schier Unmögliche.
Es wird ein neuer Anfang spürbar, wo sich der Mensch auf Gott einlässt. Der österliche Mensch beginnt immer von Neuem. Er ist jedesmal eine Neu-schöpfung. Unendliche Kraft überströmt den Glaubenden. Alle Osterevangelien bezeugen diesen Vorgang. Der Auferstandene bahnt den Weg nach Pfingsten, der Geburtsstunde der Kirche. Auf diesem österlichen Weg braucht keiner „durchhalten“ bis zum Ende. Weil es eben kein Ende gibt.
Die ganze Lebensfülle stellt sich ein. Eine Fülle, die es zulässt, auszuteilen, andere glücklich zu machen, Hoffnung groß zu machen.
Im „Exultet“, dem großer Osterlob wurde gesungen: Dies ist die Nacht, die uns scheidet von den Lastern der Welt! Laster und Lasten erdrücken am Ende den, der sich nicht erlösen lassen mag.
Ich will einen unverbesserlichen Osterglauben erbitten; für Sie und jeden, der sein Leben erfüllt leben will.
Es grüßt und segnet ganz herzlich…