Feber 2005

Liebe Geschwister im Herrn,

die Landeshauptfrau von Salzburg hat als eine ihrer ersten Amtshandlungen das Kreuz aus ihrem Büro entfernen lassen. In den Nachrichten wird vermeldet, dass ca 45.000 Katholiken von der Kirche abgefallen sind. Im letzteren Fall werde ich an einen Tsunami erinnert, von dem jetzt auch ein jedes Kind weiß, was das ist. Fast kein Kind weiß allerdings mehr, was z.B. ein „Rorate“ ist. So steht das heute. Über die Kirche und ihr Innenleben wissen immer weniger Bescheid. Das führt dann (mit Hilfe der Medien) dazu, dass Kirche zu einem Verein degradiert wird, den man nach Belieben verlassen kann.
Was ein Hitler und seine Konsorten unter Aufwand vieler Propaganda kaum erreicht hat, geschieht heute so selbstverständlich. Die Erzdiözese Wien weiß dann auch nichts Dümmeres zu vermelden, als dass man „weiterhin mit den Ausgetretenen im Dialog(!) bleiben will“. Indirekt bestätigt sie damit, was mit dem „Verein Kirche“ von Vielen gedacht wird. Karl Rahner sagt einmal: Die Kirche ist unsere Mutter. Und eine Mutter schlägt man nicht. Noch viel mehr ist aber die Kirche die Stiftung Jesu Christi. Sie ist göttlicher Herkunft und Besitz des Hl. Geistes. Das ist end-gültig seit dem Pfingstfest in Jerusalem. Seit damals haben Christen in dieser Kirche immer gesündigt und Schaden angestellt. Auch das wird weiterhin wohl so sein. Sonst wäre der Wille des Herrn unsinnig, der hörbar wird bei den Wandlungsworten “…vergossen zur Vergebung der Sünden“. Es sei hier erinnert an das Wort des Apostels Paulus aus dem Brief an die Philipper (3,18 ff): „Denn viele, von denen ich oft zu euch gesprochen habe, doch jetzt unter Tränen spreche, leben als Feinde des Kreuzes Christi. Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott der Bauch. Ihr Ruhm besteht in ihrer Schande: Irdisches haben sie im Sinn“.
Wer, aus welchen Gründen auch immer, „austritt“, geht der rettenden Kraft des Kreuzes verloren und begibt sich in unmittelbare Todesgefahr der Seele – heute modern gesprochen, der Psyche.
Übrigens erinnert mich das Wort „austreten“ an den Weg zur Latrine oder Kloake. Irgendwie trifft das auch zu für eine Mentalität derer, die die Werte einer Kirche verleugnen und verachten. Was haben sich eine Mutter Teresa oder ein Franziskus von Assisi nur eingebildet, als sie allem Lob und Lohn der Welt entsagten und der Kirche ihr Leben aufgeopfert haben?
Aufklärungsbedarf ist dringend erforderlich. Mut, Unbequemlichkeit und Treue dürfen nicht aus dem Alltagsleben eines Christen verschwinden.Ich vertraue tief auf Jesu Verheißung, dass die Pforten der Hölle seine Kirche nicht überwältigen können.

Es grüßt und segnet Sie …