Dezember 2004 / Jänner 2005

Liebe Pfarrfamilie, liebe Freunde der Pfarre,

von Allerheiligen bis Maria Lichtmess haben die Kerzen Hochsaison. Sie werden auf den Gräbern entfacht, an St. Martin gehen damit Kinder mit ihren Laternen auf die Straßen. Daheim brennen sie an den Adventkränzen, bis der Christbaum seinen Lichterglanz erstrahlen lässt. Wir haben trotz der Errungenschaft elektrischer Beleuchtung die Bedeutung des Kerzenlichtes nicht vergessen. Jahr für Jahr kommt durch das warme Licht des Kerzendochtes seelische Erholung und Hilfe, die Kälte zu überdauern. Es erzeugt in uns besonders das Gefühl der Geborgenheit. So muss es sein in den dunklen und kalten Tagen.
Zugleich wird in uns die geschwisterliche Zuwendung gefördert. Wir brauchen das Licht auch deshalb, um Andere deutlicher wahr zu nehmen. Ich denke an die gut gelungene Werbung für „Licht ins Dunkel“: Ist da jemand?
Aus einem „Jemand“ wird für uns Christen in den Tagen auf Weihnachten immer mehr ein ganz Gewisser. Wir können es nicht bei der Anonymität eines „Jemand“ belassen. Die Gewissheit muss uns führen, der Retter, der Heiland, der Christus ist im Kommen. Er kommt immer als Erleuchter in die Dunkelheit der Menschen und ihrer Geschichte.

Das neue Kirchenjahr, beginnend mit dem 1. Adventsonntag, unterstreicht von Neuem die Bedeutung des kommenden Herrn für diese Geschichte der Menschen und ihre Dunkelheit. Wir könnten auch sagen, die Bedeutung für unseren Alltag. Oft fügt man ihm das Attribut „grau“ hinzu. Warum möchten wir das nicht ändern? Statt grau ist nun ein lichter Alltag angesagt. Wo wir Christus bewusst erwarten und willkommen heißen, kommt Licht und Wärme ins Leben.
Daraus wird die Hilfe und Nächstenliebe geboren. An erster Stelle weihnachtlicher Erwartungen steht die Notwendigkeit, dem Armen und Hilflosen aufrichtig zu begegnen. Die Geburt Jesu im Stall allein sagt schon, was Gottes Absicht war. Der Stall wurde zum Palast. Gott will unsere Herzen zu Orten seiner Wohnung, seiner Gegenwart machen.
Je konkreter, persönlicher Sie die Adventzeit, das Christfest feiern und das Neue Jahr beginnen, um so mehr werden Sie zum Segen für sich und andere.

Lassen Sie sich entzünden von Christus zu neuem christlichen Leben!
Das wünscht Ihnen von ganzem Herzen…