Mai 2004

Liebe Geschwister im Herrn,

zum ersten Mal wird am 13. Mai das liturgische Gedächtnis der Erscheinung Mariens in Fatima gefeiert. Der historische Hintergrund:Am 13. Mai 1917 erschien das erste Mal die „Dame“ den drei Hirtenkindern Lucia de Jesus, 10 Jahre, Francisco Marto, 9 Jahre, Jacinta Marto, 7 Jahre, in der „Cova da Iria“, Gemeinde Fatima. Die „Dame“, die in ihren Händen einen weißen Rosenkranz hielt, ermahnte die drei Hirtenkinder, viel zu beten und lud sie ein, in den fünf aufeinander folgenden Monaten jeweils am 13. zur selben Stunde wieder zur „Cova da Iria“ zu kommen.
Das Geschehen von Fatima ist seit 87 Jahren lebendig geblieben. Die Botschaften Marias haben als sogenannte „Privatoffenbarungen“ keine bindende Verpflichtung für den einzelnen Gläubigen. Mit dem Tod des letzten Apostels ist die zu glaubende Offenbarung in der Kirche abgeschlossen. Jede Offenbarung danach wird deshalb als „privat“ bezeichnet. Das heißt jedoch nicht, dass sie nicht hilfreich für die Kirche sein könnte. Im Fall Fatima ist es so. Angesichts der furchtbaren Umwälzungen des 1. Weltkrieges und des Aufkeimens gottloser Regime schwieg der Himmel nicht. In den „Botschaften“ der Gottesmutter können wir die Aktualisierung des Evangeliums erkennen. Gerade dieses Kriterium ist wichtig für die Wahrheit der Erscheinungen. Nur die Übereinstimmung mit der geoffenbarten Wahrheit durch Jesus Christus im Neuen Testament kann das Lehramt bewegen, eine Erscheinung als echt anzuerkennen.
Wen „wundert“ es also, dass die Konsequenz von Fatima eine unzählbare Menge von Gebetsgemeinschaften war. Überall auf der Welt treffen sich jeweils am 13. eines jeden Monates Menschen, die tun, was Maria erbat: Für den Frieden auf der Welt und die Bekehrung der Sünder zu beten und zu opfern. Erinnern wir uns, wie aktuell und notwendig das gerade heute ist, wenn die österliche Botschaft ins Märchenbuch verbannt werden soll, wenn nur zählt, was „stark, gesund, reich und erfolgreich“ ist.
Der Marienmonat Mai erhält somit eine Bereicherung durch diesen Festtag. Er bestärkt uns, das zu tun, was seit der frühen Kirche beste Tradition hat: UNTER DEINEN SCHUTZ UND SCHIRM FLIEHEN WIR, O HEILIGE GOTTESGEBÄRERIN!
Inniges Vertrauen in dieses Tun wünscht Ihnen