Juni 2003

Liebe Geschwister im Herrn,

mehr als alle anderen Monate beinhaltet der Juni hohe Festtage.
Ganze sechs Hochfeste sind im Kalender zu finden. Das PFINGSTFEST macht den Anfang. Da hat einmal alles angefangen. Die Kirche war „geboren“ im Feuer und Sturm des Hl. Geistes. Es beendet auch den österlichen Festkreis. Seit Pfingsten folgt die Kirche unbeirrbar dem Auftrag Jesu, den Menschen die Erlösung zu verkünden und zu taufen auf den Namen des lebendigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Diese lebenspendende DREIFALTIGKEIT ehren wir am darauffolgenden Sonntag. Eigentlich bekennen wir dieses göttliche Geheimnis immer, wenn wir das Glaubensbekenntnis beten. In der Person des Sohnes ist Gott Mensch geworden. Er hat uns die Sakramente geschenkt. In der Eucharistie wird er uns zur Speise. An FRONLEICHNAM drängt es uns, diese Gegenwart Jesu in Brot und Wein öffentlich zu bekunden. Prozessionen werden lebendige Bewegungen, die die Kirche bezeichnen. Dieser Tag ist auch gekennzeichnet durch Schmuck und Pracht. Die Gläubigen erleben sich als die Braut, die ihr Bräutigam Christus so innig liebt.
Ein einziger Heiliger wird außer dem Todestag durch den Geburtstag neben Christus und Maria geehrt: JOHANNES der TÄUFER. Jesus nennt ihn den Größten, der je von einer Frau geboren wurde. Er ist die Person, die das Alte und das Neue Testament verbindet; als einziger der Propheten durfte er den Messias schauen. Wie der Erlöser wird seine Geburt durch den Erzengel angekündigt.
Die ganze Glut göttlicher Liebe und Hingabe birgt das Geheimnis des HEILIGSTEN HERZENS JESU. Gleichermaßen am Höhepunkt des Sommers feiert die Kirche das Herz Jesu als Symbol der Lebensfreude und Zuflucht für alle Geplagten. Gott ist der einzige wahre Ruhepol. Wir dürfen alle unsere Sorgen und Mühen im Herzen Jesu deponieren.
Wie Pfingsten den Festreigen im Juni beginnen ließ, so schließt das Hochfest der Apostel PETRUS und PAULUS diesen Kreis. Diese beiden, im Charakter so verschiedenen Männer erwählte Jesus, die junge Kirche zu leiten und zu vermehren. Auf ihre Schwäche setzte er; das Boot des Petrus wählte er aus.
„… und die Pforten der Hölle werden sie (die Kirche) nicht überwältigen. “Dieses Wort Christi ist gesprochen gegen alle Mutlosigkeit und Zweifel der Geschichte.
Es war ein kurzer Gedankengang durch diese großen Festtage. Wichtig ist, dass wir sie auch persönlich in unserem Lebensrhythmus begehen und die Impulse, die von ihnen ausgehen, spüren.
Es grüßt und segnet Sie herzlich