Dezember 2002 / Jänner 2003

Liebe Geschwister im Herrn,

Hoffnungslos verschuldet. Immer mehr Haushalte können nicht mehr mithalten mit der Lebensunterhaltung und stürzen von einem Kredit in den anderen. Man schiebt sich die Schuld gegenseitig zu. Banken gegen Kreditnehmer usw. So war es in diesen Tagen zu hören in den Medien. Betroffen sind wir eigentlich alle. Seit Menschengedenken wird mit jeder Schuld so umgegangen. Sie wird hin und her geschoben. Begonnen hat alles laut Bibel unter dem Baum der Erkenntnis. Eva bricht das Verbot Gottes und nimmt für sich Adam von den Früchten. Darauf beginnt das Versteckspiel und die Schuldzuweisung auf den Anderen.Ohne Gottes Eingreifen in diese hoffnungslos verschuldete Lage der Menschen wäre alles verloren gewesen.

Mit diesen Gedanken beginnt wieder ein Advent, ein neues Kirchenjahr. Die Kirche gibt der gleichgültigen Zeit wieder eine sinnerfüllte Ordnung. Sie ruft uns auf, den göttlichen Plan wieder sorgfältig zu bedenken und dem Er-löser Aufmerksamkeit zu schenken. Advent fordert Nüchternheit und Konzentration. Er gibt uns einen Weitblick auf die Zeichen der Zeit und einen Einblick in die rettenden Taten Gottes. Wir müssen mit Gott rechnen, damit uns nicht das heillose Durcheinander von Konsum, Machtkämpfen und Versklavung im Wirtschaftsbereich in den Ruin treiben.
Soviele gute christliche Bräuche sind im Advent und in der Weihnachtszeit erlebbar. Ich nenne nur die Gottesdienste am frühen Morgen, wo wir den Aufruf zur Wachsamkeit praktizieren. Auch das häusliche Gebet wird wichtig, um eine gute geistliche Atmosphäre zu gewinnen. Das ist mehr wert als der geflochtene Türschmuck und die äußere Pracht in diesen Tagen.
Weihnachten ist dann die Zeit der hohen Fröhlichkeit über die Menschwerdung Gottes. Es ist SEIN Geburtstag, nicht Darbietung unseres luxuriösen Lebensstils. Seine Geburt hat immer mit Stall, Armut und Verfolgung zu tun; vergessen wir das nicht! Er kommt in unser Fleisch, um Schuld und Sünde zu tragen.

Und wenn dann ein neues Jahr eingeläutet wird, lassen wir unsere Häuser und Wohnungen segnen und schreiben seinen Namen an deren Türen. Es ist Gottes Freude, bei uns Menschen zu wohnen. Hüten wir uns darum vor abergläubischen Praktiken, die Gott verhöhnen und uns wiederum in die Hände schlechter Mächte legen.
An dieser Stelle möchte ich auch ausdrücklich sagen, dass die Tür des Pfarrhofes immer offen ist für Menschen, die ein geistliches Gespräch suchen und priesterliche Hilfe brauchen.

So segne ich Sie und erbitte für uns alle die reiche Gnade unseres menschenfreundlichen Herrn!

Es grüßt herzlich